Im Interview mit "tagesschau24" beantwortet der Virologe Thomas Mettenleiter alle wichtigen Fragen, die Haustierbesitzer nun haben.
Ein brauner Labrador-Welpe: Zuckersüß und ein Corona-Überträger?

Credit: Jairo Alzate/Unsplash

Mitte März war der Virologe Dr. Dr. h.c. Thomas Mettenleiter zu Gast in der ARD Sendung "tagesschau24" und wurde dort zum Thema "Coronavirus und Haustiere" interviewt. Der Virologe und Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, ein Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Jena, beantwortete alle Fragen, die Haustierbesitzern jetzt auf der Seele brennen. Unter anderem liefert Mettenleiter vorläufige Antworten auf die Frage, ob Hund, Katze oder Kaninchen ebenfalls Empfänglich sind für Coronaviren sind und ob sie diese auf den Menschen übertragen können. Vorläufig deshalb, weil sich die Situation täglich ändern kann.

 Hund in Honkong positiv getestet 
Am 17. März, dem Tag des Interviews, gab es laut Thomas Mettenleiter keinen Beleg dafür, dass sich bisher ein Haustier mit dem Erreger infiziert hat. Hunde oder Katzen könnten sich, laut Mettenleiter, jedoch mit dem Virus kontaminiert werden - insbesondere in Haushalten, in denen positivgetestete Corona-Infizierte leben. Ob die Zoonose, also die Übertragung eines Virus von einem Tier auf den Menschen nun auch in umgekehrter Reihenfolge, also vom Herrchen auf das eigene Haustier möglich ist, war bis dato nicht zu 100 Prozent geklärt. Medienberichten zufolge gibt es nun, wenige Tage später, allerdings erste Belege, wonach sich Haustiere doch mit COVID-19 infiziert haben könnten. Erst am 3. April gab das Friedrich-Löffler-Institut (FTI) bekannt, dass ein Hund in Hongkong positiv auf das neuartige SARS-CoV-2-Virus getestet wurde. In der Veröffentlichung heißt es: "Aus Hong Kong wurde am 28.2. der Nachweis von SARS-CoV-2 in Abstrichproben von einem Hund gemeldet, dessen Besitzerin infiziert ist und sich in Quarantäne befindet. Dieser Nachweis belegt noch keine Infektion des Tieres und ebenso wenig, ob sich SARS-CoV-2 im Hund vermehrt oder gar ausgeschieden wird. Der Hund zeigt keine Krankheitssymptome und wird in einer Quarantänestation weiter untersucht".

 Nutztiere laut Studien nicht betroffen 
Ob SARS-CoV-2 auch andere Tierarten infizieren kann, wird weltweit von verschiedenen Forschungsinstituten untersucht. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) begann vor wenigen Wochen mit Infektionsstudien an Schweinen, Hühnern, Flughunden und Frettchen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Flughunde und Frettchen empfänglich für eine SARS-CoV-2 Infektion sind, Schweine und Hühner hingegen nicht. Insbesondere die Empfänglichkeit von Frettchen ist ein wichtiger Befund, da sie als Modelltiere für die Infektion des Menschen zur Erprobung von Impfstoffen oder Medikamenten eingesetzt werden könnten. Die komplette Auswertung aller Versuchsreihen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, mit den Endergebnissen ist Anfang Mai zu rechnen.

 Verhaltensregeln 
Gegenüber "tagesschau24" empfiehlt der Virologe Thomas Mettenleiter die folgenden, gängigen Verhaltensregeln für Haustierbesitzer:

  • Häufiges Händewaschen
  • Kuscheln ist erlaubt - aber nicht zu eng (wie beim Mensch auch, gilt auch für das Haustier ein Sicherheitsabstand)
 
 Das gesamte Interview gibt es hier zum Nachschauen 
 
  • Alle Forschungsergebnisse des Friedrich-Löffler-Instituts findet ihr HIER