Es ist ein VR-Trip der besonderen Art: Eine japanische Airline bietet Reisen an die schönsten Plätze der Welt an - ohne den "Abflughafen" Tokio zu verlassen. Echtes Board-Feeling, echte Stewardessen und ein echter Check-in machen aus diesem kuriosen Event einen interessanten Ausflug. 

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Credit: Gellinger / Pixabay

Einmal um die Welt, ohne abzuheben 
In wenigen Stunden nach New York City und wieder zurück - Sightseeing, ein First-Class-Flug für gerade einmal 45 Euro und ein exklusives Dinner inklusive. Und das alles, ohne lange am Check-in anstehen zu müssen oder gar vom Boden abzuheben. Klingt kurios, wird aber genauso von der japanischen Airline "First Airlines" angeboten. Was nach Sci-Fi klingt, ist ein Erlebnis, das gerade im asiatischen Raum Anklang findet. Denn wie sonst sollen Japaner, die mit 20 gesetzlichen Urlaubstagen Spitzenreiter in Asien sind, sonst die Welt erkunden? 20 Urlaubstage klingen zwar nicht wenig, doch können die meisten japanischen Arbeitnehmer nicht das gesamte Kontingent ausschöpfen: Aufgrund des Arbeitsdrucks lässt ein jeder etwa 16 Urlaubstage verstreichen. Mithilfe des simulierten Langstreckenflugs und VR-Brillen wird der Passagier durch die Straßen New Yorks geführt, kann durch Paris flanieren oder die Hot Spots Roms besuchen. Ersetzt das das echte Erlebnis einer Reise? Wohl kaum - aber als besonderes Event, etwa zum Geburtstag oder als Firmenveranstaltung ist der digital erlebbare Urlaub besser als keiner. 

Teleportiere Dich nach Paris 
Der Flugsimulator, der mitten in Tokios Stadtteil Ikebukuro in einem unscheinbaren Bürogebäude steht, bietet vier Fernreiseziele an: New York, Hawaii, Paris und Rom - Sitze in der Business Class bekommen "Reisende" bereits für 37 Euro, die First Class kostet nur knapp neun Euro mehr. Im Preis enthalten ist neben einem knapp zweistündigen Ausflug in die Ferne und dem Erlebnis der Teleportation auch ein luxuriöses Dinner, das je nach angestrebter Destination variiert. So erhalten New York-Touristen etwa den typischen Cheesecake oder die bekannte Clam Chowder, eine Muschelsuppe, die ihren Ursprung an der amerikanischen Ostküste hat. Kulinarisch verwöhnt werden auch die Paris-Urlauber - mit Lachstatar und einer französischen Zwiebelsuppe. 110 Minuten lang können sich die Passagiere des Simulationsflugs entspannt zurücklehnen und bei einem Gläschen Rotwein la belle vie in Frankreichs Hauptstadt genießen - dank der 360-Grad-VR-Brille.

Hohe Nachfrage 
Das Innere des Flugzeugs, das keine Turbinen oder einen Piloten benötigt, ist dem der First Class eines Airbus A 380 nachempfunden - freundliche "Stewardessen" sorgen dafür, dass kein Passagier auf dem Trockenen sitzen muss. Stressfreier kann man kaum reisen - aus diesem Grund kommt das Angebot der Fluggesellschaft auch überdurchschnittlich gut an. Besonders gestresste Businessmänner nutzen den Simulator gerne in der Mittagspause, um abschalten zu können. Der Erfolg spricht für sich - bis Ende April 2018 sind alle möglichen Termine ausgebucht.