2018er Berufswunsch: Influencer. Um das jedoch werden zu können bedarf es nicht nur einem perfekten Aussehen, auch das, was rund um den Instagrammer auf dem Bild zu sehen ist, sollte stimmig sein. Das dachte zumindest die Amerikanerin Lissette Calveiro, die für den Traum vom Influencer-Dasein einen enormen Schuldenberg anhäufte: Denn wer gratis um die Welt reisen will, muss erstmal investieren.

Maranatha_Pizarras_unsplash.jpg

Credit: maranatha Pizarras / Unsplash

Mit Instagram zu Ruhm
Die ganze Welt bereisen und nebenbei die schönsten Momente mit der Kamera festhalten oder tägliches shoppen, um stets dem aktuellen Fashion-Trend folgen zu können: Das Leben eines Influencers hört sich spaßig an, kann jedoch harte Arbeit sein. Denn bis große Ketten oder Unternehmen auf einen aufmerksam werden und einen mit Geschenken und For-Free-Trips überhäufen, kann es mit unter ein wenig dauern. Doch Aufmerksamkeit generiert nur, wer seinen Followern bereits den perfekten Lifestyle vorgaugelt: Designer-Taschen, teuren Schmuck, stets die trendigsten Kleidungsstücke und jeden Tag an einem anderen Traumort zum Frühstück verabredet. Von diesem Leben träumt auch die 26-jährige Amerikanerin Lissette Calveiro - also entscheidet sie sich dazu, einen professionellen Instagram-Account zu starten - und sich für diesen zu verschulden. 

Der New-York-Lifestyle
Eigentlich lebt Lissette ganz unbeschwert als College-Absolventin im sonnigen Miami. Der Traum eines "Sex and the City"-Lifestyles kann ihrer Meinung nach allerdings nur auf der Upper East Side verwirklicht werden, was die 26-Jährige 2013 dazu bewegt nach New York City zu ziehen. Wie es sich für ein echtes Upper-Class-Mädchen gehört, muss natürlich auch ein Instagram-Account her, der später mal Lissettes Einkommen sichern soll. Ohne viel darüber nachzudenken will sie herausfinden, wie weit sie dieser Online-Dienst bringt: "Den Begriff 'Influencer' gab es damals noch nicht, aber ich wollte sehen, wie weit ich mit meinem Account kommen würde", berichtete die Amerikanerin gegenüber "Unilad".

Vom Traumleben zum Schulden-Alltag
In Gedanken stets bei ihrem Online-Dasein verfällt die Bloggerin schnell in einen Lebensstil, den ihr Bankkonto nicht verwirklichen kann. Um mit anderen erfolgreichen Influencern mithalten zu können, müssen Luxus-Güter her: Lissette öffnet sich selbst die Tür zu einer Liga, die eine Praktikantin einer PR-Agentur kaum bewältigen kann. Schnell häufen sich die Schulden, bis die junge Frau mit 8.000 Euro (10.000 US-Dollar) in der Kreide steht. "Viele der Reisen, die ich 2016 gemacht habe, machte ich ausschließlich für Instagram", so Calveiro gegenüber der Boulevardzeitung "New York Post". Wie hoch ihr Kredit aber tatsächlich war, das gibt Lissette nicht bekannt. In ihrem Blog offenbart sie, dass sie schätzte, das sich um die 10.000 US-Dollar Minus angehäuft haben müssten. Nach drei Jahren in Saus und Braus realisiert sie dann, dass es Zeit wird, dem digitalen Ruhm ein Ende zu setzen. "Ich lebte eine Lüge, während mir die Schulden über den Kopf wuchsen". Gerade noch rechtzeitig zieht sie die Reißleine und sucht sich einen Finanzcoach, mit dessen Hilfe sie ihre Schulden binnen 14 Monaten begleicht. Auch wenn die Möchtegern-Influencerin ihrem Traum eines Luxusleben in New York City nicht realisieren konnte, hat sie immerhin eines, das ihr bleibt: Die Followerzahl. Über 33.000 Menschen wollen nun an ihrem Leben teilhaben.

Die Instagram Scheinwelt
Laut dem Statistikportal "statista.com" waren alleine im September 2017 800 Millionen Nutzer auf Instagram aktiv. Immer mehr Menschen bauen sich ihre Scheinwelt zusammen, in der Hoffnung Anerkennung und Respekt zu finden. Und genau diese Lüge ist mit ein Grund, warum sich so viele Mädchen in ihren Körpern unwohl finden - denn nur wer schlank ist und einen Hintern à la Kardashian vorweisen kann, bekommt Follower - und mit denen eben auch Aufträge, für die es sich lohnt, die falsche Welt aufrecht zu erhalten.