Fahrradfahren ist nicht nur gesund, sondern auch gut für die Umwelt - dennoch ist es den meisten besonders im Arbeitsalltag zu stressig sich dem Bike den Weg durch den Großstadt-Dschungel zu kämpfen. Dass sich das jedoch lohnen kann, zeigt nun der Chef einer kleinen Werbeagentur in Christchurch - denn jeder Mitarbeiter, der statt des Autos, das Rad nimmt, bekommt einen Bonus. 
Mountainbike

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Fünf Dollar pro Tag
Nutzt man das Bike als Transportmittel um zur Arbeit zu kommen, sind die von vielen Gesundheits-Organisationen empfohlenen 150 Minuten Sport in der Woche bereits abgedeckt. Doch bei Regen, Schnee oder im morgendlichen Stress steigen die meisten Pendler lieber auf bequeme öffentliche Verkehrsmittel um. Tim Chesney, Gründer der neuseeländischen Werbeagentur "Make Collective" hingegen ist begeisterter Fahrradfahrer und will auch seinen sechs Angestellten die Vorteile des Radelns nahe bringen. Doch mit Worten geht das schlecht - deshalb ließ sich Chesney einen "kleinen" Motivationsschub einfallen: Für jeden Mitarbeiter gibt es pro Fahrt mit dem Fahrrad fünf Dollar (vier Euro) extra. Jene, die das sportliche Programm mindestens ein halbes Jahr lang durchhalten, dürfen sich auf einen täglichen Bonus von zehn Dollar, also etwa acht Euro, freuen. Am Ende des Jahres findet sich die Gesamtsumme dann auf dem Lohnzettel wieder. Fährt ein Angestellter also jeden Tag mit dem Rad, macht das nach der sechsmonatigen "Probezeit" 1.800 US-Dollar on Top. Umgerechnet entspricht das einem schönen Extra in Höhe von 1.463 Euro. Zudem dürfte sich die Waage freuen, die bei dem Sportpensum sicherlich auch ein paar Kilo weniger anzeigt. 

Hohe Erfolgsquote
Mit diesem etwas anderen Ansporn Agenturchef Tim Chesney nicht nur die Freisetzung gesundheitsschädlicher Schadstoffe, die durch Autofahrten freigesetzt werden, reduzieren, sondern auch für mehr Energie am Arbeitsplatz sorgen: "Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass ich mit viel mehr Energie in den Tag starte",  so Chesney gegenüber dem US-amerikanischen Onlineportal "Stuff". Doch Umweltschutz, sportliche Aktivität und ein energiegeladener Start in den Tat sind zwar ganz nett, jedoch sicherlich nicht Ausschlaggebend dafür, dass bereits fünf von sechs Mitarbeitern dem "Radel Dich reich"-Programm beigetreten sind. 

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Effektiver als jedes Fitnessstudio
Elliot Gilmore, ein Mitarbeiter der neuseeländischen Werbeagentur freut sich Angaben "Stuff" zufolge jedoch auch über den Mehrwert - denn mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, würde ihm helfen, mehr für seine Gesundheit zu tun. Ein weitere Pluspunkt ist aus Arbeitnehmersicht nämlich, dass so Fitnessstudiokosten gespart werden können - Mitarbeiter von "Make Collective" werden hingegen dafür bezahlt, sportlich zu sein. Laut dem Statistikportal "statista.com" radelten 2017 lediglich 9,81 Millionen Deutsche ab dem 14. Lebensjahr mehrmals wöchentlich. Würden mehr Arbeitgeber auf das Prinzip Belohnung setzen, wäre Deutschland nicht nur sportlicher, Feinstaub und CO2-Emissionen würden zudem drastisch sinken. Parallel dazu steigt der Ansporn durch Mehrgehalt beruflich wie gesundheitlich zu neuem Elan zu finden.