Eigentlich hatte sich der britische Taucher Richard Horner über ein wunderschönes Rochen-Schauspiel vor der Küste Balis gefreut - stattdessen fand er allerdings ein Meer aus Plastik-Müll vor, welches er in einem erschreckenden Video festhielt.

Plastik

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Mehr Müll als Fische
In der Nähe von Nusa Penida, einer kleinen Nebeninsel der indonesischen Insel Bali wollte der britische Profitaucher Richard Horner mit einem Tauchgang einem ganz besonderem Spektakel beiwohnen: An genau dieser Küste lassen sich Mantarochen in einer natürlichen Putzsymbiose beobachten - die Tiere werden dabei von kleineren Fischen gesäubert. Bei Rochen macht dies vor allem der sogenannte Schiffshalter-Fisch, der auch Putzsymbiosen mit Haien oder Walen eingeht und dabei die Tiere von Parasiten und Verunreinigungen befreit. Auf genau dieses Schauspiel musste Horner allerdings verzichten - denn an jenem Tag war nicht ein einziger Rochen zu sehen. Stattdessen bekam der Brite etwas ganz anderes zu Gesicht: Unmengen an Plastik-Müll, der durch Stürme und Meeresströmungen aus Küstenstädten angespült wurde.

 

Traurige Fakten
Laut "nature.com" werden weltweit jedes Jahr etwa 300 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Leider landet sehr viel davon nur kurze Zeit später in einem der Meere. In Städten werden Plastikverpackungen oft nicht recycelt oder überhaupt in den Abfall geworfen - stattdessen lassen sie viele Menschen einfach auf dem Boden liegen. Diese Stoffe benötigen allerdings eine gefühlte Ewigkeit, bis sie sich zersetzen und schaden dabei fortlaufend der Umwelt. Eine Papierzeitung würde sich laut der "Initiative Mikroplastik" bereits nach sechs Wochen auflösen - eine Plastikflasche hingegen braucht hierfür 450 Jahre! Dabei wird sie auch nicht von der Natur abgebaut, sondern zerfällt lediglich in kleinere Einzelteile.

Plastik

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Jede Art des Stoffs, die also nicht aktiv verwendet oder recycelt wird, schadet unserer Umwelt enorm und trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Stürme tragen die schädlichen Abfälle schließlich in die Meere - falls nicht, leeren sie die Menschen oft sogar von selbst hinein. Jedes Jahr landen dabei laut einer Studie der University of Georgia insgesamt etwa 8 Millionen Tonnen an Plastikmüll in den Ozeanen, was ungefähr der Last von über 200.000 vollbeladenen, schweren Lkw entspricht - einfach unglaublich. Doch die Abfälle schaden nicht nur der Natur, sondern vor allem auch den Meereslebewesen. Fische verwechseln kleine Plastikteile mit Futter oder verfangen sich in Verpackungsmaterial, was ihnen im schlimmsten Fall in beiden Fällen das Leben kostet. Die vielen Mikroplastik-Partikel im Ozean setzen darüber hinaus Giftstoffe frei, durch die die Tiere erkranken und ebenfalls sterben können.

Plastikmüll

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Schock-Aufnahmen
In seinem erschreckenden Video, dass Richard Horner auf YouTube veröffentlichte, dominiert der Plastik-Müll die gesamte Küstenregion. Bereits am nächsten Tag wäre der Abfall allerdings bereits verschwunden gewesen, erklärt der Taucher in einem Facebook-Post. Verantwortlich wäre hierfür der Indonesische Meerestrom, der den Müll laut Horners Vermutung erst aus den Flüssen Balis anspülte und schließlich wieder in andere Regionen mitnahm. Der Plastik-Abfall wird demnach weiter durch den Ozean geführt, bis er sich schließlich in kleinere Partikel zerteilt, die sich auf der Vegetation verteilen und diese dadurch nachhaltig schädigen. Damit dies in Zukunft nicht weiter ausartet, setzen immer mehr Unternehmen darauf, so wenig Plastik wie möglich für ihre Produktverpackungen zu verwenden. Ob das allein aber den Planeten vor einer regelrechten Epidemie unabbaubaren Abfalls bewahren kann, ist eher unwahrscheinlich.