Millionen von Menschen sterben jährlich in Entwicklungsländern an scheinbar harmlosen Krankheiten, weil es oftmals an dem einfachsten medizinischen Geräten fehlt. Der indische Arzt Mohammod Jobayer Chisti will dies verhindern - mithilfe von selbstgebauten Beatmungsmaschinen aus leeren Shampoo-Flaschen. 
Gab nicht auf

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Credit: mohamed_hassan / pixabay

“Es war die erste Nacht, in welcher ich als Praktikant im Krankenhaus gearbeitet hatte. Ich habe dabei zusehen müssen, wie drei Kinder vor meinen Augen gestorben sind. Ich fühlte mich so hilflos und habe angefangen zu weinen”, reflektierte Mohammod Jobayer Chisti seine Anfänge in einem Krankenhaus in Bangladesch und fügte hinzu, dass er seit jenem Moment im Jahr 1996 daran gearbeitet habe, eine Lösung für die hohe Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern zu finden. Jedes Jahr würden mehr als 920.000 Babys und Kleinkinder an einer Lungenentzündung sterben, da nur wenige Krankenhäuser ein gescheites Beatmungsgerät besitzen würden.

Chisti selbst gab niemals aus, hat mittlerweile seinen Doktortitel erwerben können und sich gefragt, wie man eine 15.000 Dollar teure Atemmaschine ersetzen könnte. Mit den gescheiterten Versuchen kam ihm plötzlich die Idee. Nach fast zwei Jahrzehnten der Forschung konnte er aus alten Shampoo-Flaschen ein alternative Maschine entwickeln, welche Millionen von Menschen das Leben retten könnte: “Kinder atmen Sauerstoff aus einem Tank ein und in eine Wasserflasche aus, so werden Blasen erzeugt. Der Druck der Blasen hält die kleinen Luftsäcke der Lunge offen. Wir haben vier oder fünf Patienten zufällig ausgewählt und es an ihnen getestet. Innerhalb von wenigen Stunden haben wir gravierende Verbesserungen wahrnehmen können”, fügte Dr. Mohammod Jobayer Chisti hinzu.

Ein kleines Wunder
Mittlerweile wurden seine Ergebnisse bereits schriftlich festgehalten und im “The Lancet”-Magazin veröffentlicht. Auch die Tatsache, dass seine Beatmungsgeräte gerade einmal 1,15 Euro kosten, ein Menschenleben retten können und die Sauerstoffkosten eines Krankenhauses von 26.000 Euro auf 5.000 Euro gesenkt haben, wird positiv berücksichtigt.

“Die Doktoren haben so hart daran gearbeitet. Sie haben eine Röhre für Sauerstoff und eine für Essen bereitgestellt. Dazu habe es eine Wasserflasche mit Blasen”, erinnerte sich Kohinoor Begum im Interview mit “BBC” zurück und gestand: “Sie haben mein Kind gerettet. Nachdem sie sich [von der Lungenentzündung] erholt hat, war ich einfach nur glücklich.”

Zum redaktionell Zeitpunkt wird Chistis kostengünstige Alternative bereits maschinell hergestellt, hat über 1500 Menschen vor dem Tod bewahrt und eine Kindersterblichkeitsrate von 21 auf sechs Prozent gesenkt.