Havard-Wissenschaftler Harald Ott hat sich auf die Regeneration von menschlichen Organen spezialisiert. Ihm könnte nun der Durchbruch gelungen sein, auf welchen Millionen von Menschen ihr ganzes Leben lang gewartet haben.
 
Operation

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“Auch ein Arschloch kann ein Leben retten”
Seit einigen Jahren wirbt die US-amerikanische Organisation “Donate Life” mit witzigen und nachdenklichen Werbespots neue Spender an. Erst in der Vergangenheit lernten Millionen von Menschen Coleman Sweeney kennen und lieben, welcher gerne Müll aus dem fahren Auto schmiss, sich über alte Omas aufregte und sich gerne in der Damentoilette einschloss, sein großes Geschäft erledigte und damit alle zur Weißglut brachte. Als ihm bei einer Beschwerde im Restaurant schließlich selbst der Kragen platzte, erlitt er einen Herzinfarkt und starb noch an Ort und Stelle. Das selbsternannte “Arschloch” im Werbespot hatte auf Erden nicht nur Unheil angerichtet, wie sich in den letzten Sekunden des Clips herausstellten, besaß Sweeney einen Organspendeausweis und rettete damit einem Vater und Ehemann das Leben.

Auch wenn solche Videos die Aufmerksamkeit von Millionen Menschen erfahren, so kommt es trotzdem immer seltener vor, dass sie tatsächlich einen solchen Ausweis besitzen. In Deutschland zum Beispiel warteten im Jahr 2017 zehntausend Menschen auf der Transplantationsliste. 797 Patienten wurde ihr Wunsch schließlich erhört, ihnen wurde eine lebensrettende Operation zugeteilt.

Havard-Wissenschaftler Harald Ott möchte nicht weiter herumsitzen und darauf hoffen, dass die Regierung irgendwie einschreitet und dadurch Millionen von Menschen weltweit das Leben rettet. Der US-Amerikaner hat sich demnach auf die Regeneration von menschlichen Organen spezialisiert. Und scheinbar könnte ihm nun der Durchbruch gelungen sein, auf welchen wir alle gewartet haben: Bei der eigentlichen Transplantation haben wir nicht nur das Problem, dass manche auf ein Spenderorgan Jahre warten müssen. Sollte man gerade frisch operiert worden sein, kann sich exakt dieses auch gegen den eigenen Körper stellen und es wird abgestoßen. Und genau in diesem Punkt möchte Ott eingreifen: Wie der Wissenschaftler auf seiner Website “OttLab” erklärte, möchte er alle Zellen vorerst präparieren, Wasser statt Blut durch das Organ pumpen und mit einer Art Seifenlösung alle fremden Proteine und DNA herauslösen. Im Anschluss werden dem Empfänger eigene Zellen entnommen, welche man dem vorliegenden Organ hinzufügt und dieses damit regeneriert. Eine Lunge eines Schweins sollen er und sein Team demnach schon richtig behandelt haben, bevor dieses einem weiteren Tier eingesetzt wurde.

Dennoch soll jedes einzelne Organ verschieden sein, und Ott müsse noch weitere wissenschaftliche Experimente wagen, bevor er von einem Durchbruch in der Medizin berichten könnte. Es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.