Um sich für den Umweltschutz einzusetzen, haben sich Männer und Frauen weltweit mit einem Baum verheiraten lassen und putzten sich für ihren ganz großen Tag heraus.

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Credit: Patricia Castellanos / GettyImages

Verheiratet mit einem Baum
Schon im Kindergarten träumen manch einer davon, im weißen Kleid und mit einer großen Schleppe oder im Anzug einmal zum Traualtar schreiten und dem Mann oder der Frau seiner Träume das Ja-Wort geben zu können. Im Laufe des Lebens ändern sich dann meist diese Vorstellungen und es kann vorkommen, dass man den ewigen Bund der Liebe auf eine andere Art und Weise eingeht. Im mexikanischen San Jacinto Amilpas zum Beispiel schlüpften einige Damen in ein traditionelles weißes Hochzeitskleid und ließen sich von Richard Torres trauen. Ein einziges Ja genügte dem peruanischen Umweltaktivisten und Schauspieler, da Bäume schließlich keine Worte von sich geben können …

Tatsächlich ist die Vermählung mit einem Baum eine Protestaktion, alle Beteiligten wollten ein Zeichen setzen und so viele Medien wie möglich auf die Abholung aller Wälder aufmerksam machen. Jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde wird unsere Mutter Erde vernichtet, gestand eine der mit einem Baum verheirateten Frauen und fügte hinzu, dass vor allem in Mexiko immer wieder illegal und in Nacht-und-Nebelaktionen abgeholzt und auf als Ware auf dem Schwarzmarkt verkauft wird.

Vermählung in 17 Ländern
Die übersetzte Aktion Heirate einen Baum wurde schon vor fünf Jahren von der Umweltschutzorganisation Bedani ins Leben gerufen und findet mehr und mehr Gefallen weltweit. In 17 Ländern werden derweil Trauungen zwischen einem Menschen und einem Baum durchgeführt, welche vom Staat nicht anerkannt und auch nicht verboten werden. Richard Torres agiert bei allen Zeremonien als Pfarrer, hält eine Rede und möchte damit der Menschheit das Bewusstsein für die Entwaldung zurückbringen.

Das Loch im Baum
Wer noch immer auf der Suche nach der wahren Liebe ist, kann im Übrigen all seine Gedanken und Wünsche aufschreiben und diese in Form eines Briefes an einen Baum in der Nähe von Hamburg schicken. Dort klettert ein Pöstler mit einer Leiter empor und schmeißt alle Einsendungen in ein großes Loch. Wer an jener “Bräutigamseiche” vorbeikommt, darf sich einen der Briefe durchlesen. Sollte dieser den eigenen Interessen entsprechen darf man ihn mitnehmen. Ansonsten legt man das Schreiben zurück in das Loch und sucht sich ein anderes aus.

Über 1000 Einsendungen soll die deutsche Post innerhalb von einem Jahr bereits in den Baum geworfen haben. Ob jemand die wahre Liebe gefunden hat, weiß man unterdes noch nicht. Für alle, die es selbst mal ausprobieren wollen, haben wir hier die passende Anschrift parat: Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin.