Deutsche Facebook-Nutzer dürfen bald selbst entscheiden, ob sie die Gesichtserkennungssoftware des Unternehmens nutzen wollen, um Bilder von sich auf dem sozialen Netzwerk zu finden. Die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung soll dabei zu jeder Zeit strikt eingehalten werden.

Facebook Gesicht
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Nur durch ausdrückliche Zustimmung
Da die Datenschutz-Grundverordnung der EU im Mai 2018 in Kraft treten wird, bereitet sich Facebook mit neuen Funktionen zur Verbesserung der Datenschutzkontrolle auf die Richtlinien vor. Neben einem transparenteren Kontrollzentrum, bei dem klar angezeigt werden soll, wie man seine persönlichen Daten verwaltet, wird das soziale Netzwerk allerdings auch eine Gesichtserkennungssoftware einführen, wie es in einem Blogpost mitteilte. Die Funktion soll dabei nur durch ein ausdrückliches Zustimmungsverfahren, einem sogenannten "Opt-in", aktiviert werden können. Für die Verwendung in Europa wird diese Prozedur ab Mai auch unabdingbar sein.

Erster Versuch gescheitert
Schon im Jahr 2011 hatte Facebook in Deutschland User-Profilbilder gescannt, um diese für eine Optimierung des Algorithmus auszuwerten – damals allerdings noch ohne dabei das Einverständnis der User zu erfragen. Dem "Spiegel" zufolge wurde dieses Verfahren aber durch den Hamburger Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, gestoppt. Das soziale Netzwerk löschte daraufhin alle gesammelten Daten und verpflichtete sich, künftig alle datenschutzrechtlichen Vorgaben bei einer Wiedereinführung der Funktion zu erfüllen.

Facebook Profil
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Testphase
In der Woche vom 5. März will das Unternehmen einer begrenzen Zahl von Usern die neuen Tools vorstellen und sie ausführlich testen. Die Gesichtserkennung scannt bei Aktivierung die Facebook-Bilddatenbank, und benachrichtigt Dich, wenn eine andere Person ein Foto von Dir als Profilbild verwendet oder auf welchen sonstigen Aufnahmen Du zu erkennen bist. Mit diesem Feature will Facebook Fake-Profilen ein Ende setzten und verhindern, dass Inhalte, von denen Du nichts weißt, in Deinem Namen publiziert werden. Die Funktion soll darüber hinaus eine Unterstützung für sehbehinderte Menschen darstellen. Durch das Verwenden der Gesichtserkennung sollen Bildschirmleseprogramme zukünftig erzählen können, welche Personen sich auf den Bildern in Deinem News-Feed befinden.

Wie Du nach der europaweiten Einführung die Einstellungen für Facebooks Gesichtserkennung ändern kannst, erfährst Du hier.