Damit es in Zukunft zu weniger Abbiegeunfälle mit LKWs kommt, hat ein Husumer Erfinder neue Sensoren entwickelt, welche auf Körperwärme reagieren und den Fahrer rechtzeitig alarmieren sollen.
 
LKW / Fahrrad

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Können Leuchtbänder die Lösung sein?
Täglich passieren auf der ganzen Welt Unfälle mit abbiegenden LKWs, welche Radfahrer, Fußgänger oder platzierte Verkehrsschilder im toten Winkel nicht erblicken und jene Menschen oder Objekte an- oder sogar überfahren. Auch Martin Budde, ein Erfinder aus Husum, wurde am 04. September 2017 Zeuge einer solchen Katastrophe: Nachdem eine Frau mit ihrem Fahrrad geradeaus fahren wollte, wurde sie vom rechts abbiegenden Lastwagenfahrer nicht gesehen und überrollt. Die 52-Jährige starb noch am Unfallort, ihr konnte vom eintreffenden Rettungsteam nicht mehr geholfen werden. Nach diesem schrecklichen Erlebnis dachte Budde tagelang darüber nach, schaute sich Statistiken an und erfuhr, dass rund 40 Prozent aller Unfälle mit Radfahrern beim Abbiegen von Schwertransportern passieren würden. Bei 91 Prozent dieser Aktionen sei der Fahrzeugführer schuld, die nachstehende Person wird im toten Winkel ausgeblendet.

Der bereits mit dem Flensburger Innovationspreis ausgezeichnete Erfinder hat sich aus diesem Grund etwas ganz Besonderes einfallen lassen und möchte zukünftige Unfälle mit seinem Bike-Flash verhindern. Gemeinsam mit dem Husumer Vertriebspartner Oliver Tauffenbach hat er ein System entwickelt, welches dank der Wärmebildkamera auf Personen und Tiere reagiert. Sollte sich demnach jemand im toten Winkel des abbiegenden Fahrzeugs befinden, wird der Fahrer am Steuer rechtzeitig alarmiert. LED-Warnleuchten blinken und ein hörbares Signal wird ertönen, sodass Fußgänger, Radfahrer, Skateboarder und der Fahrer selbst gewarnt werden.

Bike-Flash überwacht genau diese Zone permanent durch Wärmesensorik. Wir haben das System unter sämtlichen Wetter- und Lichtbedingungen einem Langzeittest unterzogen – ohne Ausfälle. […] Wir sind startklar, soll Bude in der vergangenen Woche bei seiner Präsentation in Flensburg laut shz gesagt haben. Die Technik erklärte der Entwickler wie folgt: Sobald eine Person – also ein Radfahrer, Fußgänger oder auch Skater – in diese Zone hineinkommt, hebt sie sich durch ihr Wärmebild deutlich von der Umgebung ab. Die Software gleicht im Hintergrund permanent die neu erfassten Bilder mit Referenzbildern ab und alarmiert, sobald sie eine Veränderung erkennt.

15.000 Euro soll die erfundene Anlage kosten, welche bereits vom TÜV geprüft und zertifiziert wurde. Wann das System auf den Markt kommen soll, weiß man unterdes noch nicht. Erst einmal muss der Bike-Flash weitere Tests und Prüfungen von der Bundesanstalt für Straßenwesen überstehen und kann hoffentlich schon bald Leben retten.