Bargeld ist in Deutschland noch immer das beliebteste Zahlungsmittel. Auf digitale Bezahldienste wie Apple Pay wird fast vollständig verzichtet. In anderen Ländern sind sie bereits fest etabliert. Was hält also die Deutschen davon ab?

Euro Geldbeutel FF

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Banknoten nicht rückläufig
Die heutigen technologischen Fortschritte eröffnen Verbrauchern unzählige bequeme Möglichkeiten – so auch das bargeldlose Bezahlen. Digitale Systeme wie PayPal oder Apple Pay werden bereits als Ende des physischen Geldes angesehen. Obwohl sich diese Zahlungsmittel in einigen Ländern auch bereits etablieren konnten und in unzähligen Geschäften und Supermärkten zu finden sind, trifft man in Deutschland nur selten auf derartige Möglichkeiten. Eine  repräsentative Studie der Bundesbank, bei der 2.000 Teilnehmer befragt wurden, fand hierfür nun auch den entscheidenden Grund: Die Deutschen lieben ihr Bargeld. So werden auch heute noch 74 Prozent aller Einkäufe mit Scheinen und Münzen bezahlt. Erst bei Beträgen ab 50 Euro übernehmen alternative Zahlungsmittel die Oberhand - allen voran die klassische Debitkarte, die jeder Besitzer eines Girokontos ausgehändigt bekommt. Internetgebundene Lösungen wie PayPal oder mobile Bezahlmöglichkeiten wie Apple Pay bleiben hingegen weit zurück.

Android Pay

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Nur Bares ist Wahres                                   
88 Prozent der Befragten wünschen sich auch in Zukunft die Möglichkeit, mit Münzen und Scheinen zu bezahlen. "Alternative Zahlungsmethoden können Euro-Bargeld nicht ersetzen, sondern nur ergänzen", wird das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank Yves Mersch von "Heise" zitiert. Doch sträubt sich Deutschland damit vor der Zukunft? Ganze 107 Euro hätte der durchschnittliche Bundesbürger laut der Bundesbank-Studie bar in seiner Brieftasche - der Spitzenwert in ganz Europa. Niemand zahlt lieber mit Scheinen und Münzen, als die Deutschen.

Debit- und Kreditkarten werden allerdings vor allem bei Einkäufen ab 50 Euro immer öfter verwendet. "Trotz verbreiteter Nutzung bargeldloser Zahlungssysteme findet die verhältnismäßig neue Möglichkeit der Zahlung über Smartphones so gut wie keine Anwendung", erklärt Kerstin Schulz von der Verbraucherzentrale Sachsen im "Stern". Im Vergleich zu kontaktlosem Bezahlen mithilfe einer Kreditkarte oder Girocard, sorgen sich Konsumenten bei Apple Pay und Co. vor allem um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten. Vielen ist auch einfach die Anwendung zu kompliziert. Obwohl sich die Anbieter bemühen, diese Vorurteile mit kostspieligen Kampagnen aus dem Weg zu räumen, werden mobile Zahlungsmöglichkeiten vorerst wohl keine große Rolle in Deutschland spielen - bei geringer Nachfrage bleibt eben auch das Angebot überschaubar. Eine bargeldlose Zukunft, wie sie von vielen Wirtschaftsexperten gefordert wird, bleibt also erst einmal ein Gedankenspiel.