Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Studie an Menschen zugelassen

Forscher der Stanford Universität entdecken innovativen "Impfstoff" gegen Krebs

Ein Forscherteam der Stanford University School of Medicine hat vor kurzem eine vielversprechende Studie zu einem neuartigen Krebs-Impfstoff veröffentlicht. Das Serum ist nun für Versuche an Lymphdrüsenkrebs-Patienten zugelassen.

Metastasen verschwinden

Seit Jahrzenten ist es Aufgabe der Krebsforschung, Methoden zu entwickeln, um Krebspatienten effektiver und schneller behandeln zu können. Erkrankte müssen bei der Chemotherapie oder bei der neuartigen CAR T-Zelltherapie mit negativen Nebenwirkungen kämpfen. Die Länge der Therapie hat körperliche und mentale Auswirkungen – manche brechen aus diesen Gründen die Behandlungen vorzeitig ab. Dies könnte sich mit diesem Impfstoff nun ändern. Laut dem renommierten Forscherteam der Stanford University School of Medicine ist diese Methode nicht nur kostengünstig, sie erspart den Patienten auch negative Auswirkungen wie Haarausfall oder Übelkeit. Das Mittel wurde schon erfolgreich an Mäusen, die an Brust-, Darm-, Haut- und Lymphdrüsenkrebs litten, getestet.

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Mäuse erfolgreich behandelt

Zur Durchführung der Studie wurde der Impfstoff an Mäusen mit beidseitigen Lymphdrüsentumoren angewendet. Das Serum wurde lokal und direkt in den Tumor verabreicht. Dabei stellten die Forscher fest, dass nicht nur dieses Geschwulst, sondern auch Tumor-Streuungen zu schrumpfen begannen. 87 der 90 Mäuse konnten beim ersten Versuch geheilt werden – bei den Übrigen gelang die Heilung in einem zweiten Versuch. Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass das Mittel auch die Neuentstehung von Tumoren stoppt, wenn dies nach der Onkologin Idit Sagiv Barfi auch nur auf die Zellen des behandelten Krebstyps zutrifft. 

Zusammensetzung des Impfstoffs

Der Impfstoff setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Das erste Mittel bringt die Immunzellen dazu, den Rezeptor OX40 zu bilden. Dieses ist ein sekundäres, kostimulatorisches Immun-Checkpoint-Molekül – Fach-Chinesisch. Das zweite Mittel dockt an diese Rezeptoren an und sorgt dafür, dass die T-Zellen die erkannten Krebszellen angreifen ohne sich von den Abwehrmechanismen der Tumorzellen beirren zu lassen. T-Zellen spielen eine wichtige Rolle im menschlichen Immunsystem und erkennen körperfremde Antigene.

Experten-Meinung
"Wir greifen bestimmte Ziele an, ohne genau erkennen zu müssen, welche Proteine die T-Zellen erkennen", so Ronald Levy, Professor für Onkologie an der Stanford University und Pionier in der Immuntherapieforschung, im Interview mit der britischen "Daily Mail". Laut den Experten würde das innovative Mittel nur die Immunzellen innerhalb des Tumors anregen. Einer der verwendeten Inhaltsstoffe wurde schon für die Humanmedizin zugelassen. Der andere befindet sich derzeit noch in der Testphase. Nun wird eine Studie an 15 Lymphdrüsenkrebs-Patienten angegangen. Die Ärzte hoffen, dass das neuartige Mittel beim Menschen genauso wirkt wie zuvor bei den Mäusen.