"Ich wollte unbedingt vermeiden, dass die Familie sich auch noch finanzielle Sorgen machen muss, weil ein Einkommen wegbricht", sagte Marcus Piepenschneider dem "Spiegel". In einer Rundmail an die Kollegen bat der Geschäftsführer von MTS Systems um die Hilfestellung der Mitarbeiter: "Unterstützen sie ihren Kollegen und helfen sie uns, die Freistellung auf Basis von Überstunden zu verlängern, indem sie sein Überstundenkonto auffüllen. Das heißt, wenn Sie einige Überstunden haben, so spenden Sie diese doch ihrem Kollegen."
Um mit gutem Beispiel voranzugehen, spendet die Geschäftsführung als erstes. Die Aktion kam bei allen 110 Kollegen so gut an, dass prompt 930-Überstunden-Spenden zusammenkamen. Bei einer 35-Stunden-Woche entspricht dies etwa 113 freien Tagen. Dadurch hat der besorgte Vater ein "Problem" weniger.
Kim wartet auf ein Spenderherz
Jens Rösener war von dieser Aktion so bewegt, dass er sich im Anschluss in einer Mail bei all seinen Kollegen für deren uneigennützige Hilfestellung erdenklich zeigen wollte und erklärte: "Ich hoffe, dass ich irgendwann die Gelegenheit bekomme, mich in irgendeiner Weise für dafür gebührend zu bedanken", wird die Mail des Vaters vom "Spiegel" zitiert. Und auch sein Sohn meldete sich zu Wort. "Durch diese Möglichkeit seid ihr ein großes Stück an meiner jetzigen gesundheitlichen Situation beteiligt", richtete sich Kim laut "Focus"-Informationen an die Arbeitskollegen seines Vaters.
Den Ärzten ist es unterdes zum Glück gelungen den gesundheitlichen Zustand des 18-Jährigen zu verbessern. Er geht aktuell wieder zur Schule und macht gerade sein Fachabitur. Danach möchte der Jugendliche Geschichte und Politikwissenschaften studieren und wartet unterdes noch immer auf ein Spenderorgan.