Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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#Bloggergate ist eröffnet

Einmal alles umsonst, bitte: Hotelier stellt Influencerin bloß und zieht gegen alle Blogger in den Krieg

Das Influencer-Dasein ist ein hartes Brot: An die schönsten Plätze der Welt reisen - umsonst versteht sich- ein paar Fotos knipsen und dafür auch noch bezahlt werden: Der Traum vieler. Die andere Seite der Medaille sieht jedoch ganz anders aus: Und das lässt ein Hotelier eine Influencerin nun deutlich spüren.

Das Influencer-Dasein ist ein hartes Brot: An die schönsten Plätze der Welt reisen - umsonst versteht sich- ein paar Fotos knipsen und dafür auch noch bezahlt werden: Der Traum vieler. Die andere Seite der Medaille sieht jedoch ganz anders aus: Und das lässt ein Hotelier eine Influencerin nun deutlich spüren. 

Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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All for free 

Sogenannte Influencer führen scheinbar ein Leben in Saus und Braus: Kleidung, Schmuck, Reisen, Hotelaufenthalte: Alles kostenlos - im Gegenzug für ein paar Fotos und nette Worte über das Unternehmen, das hinter der edlen Spende steckt. Täglich landen unzählige Anfragen bekannter und weniger bekannter Blogger, Instagrammer und YouTuber in den E-Mail-Postfächern von angesagten Hotels oder großen Unternehmen. Diese Kooperationen gehen Marken deshalb gerne ein, weil sie ihr Produkt so kostengünstig durch eine Person, die andere beeinflusst (to influence), vertreiben und bewerben können. Von diesem Kuchen wollte auch die britische YouTuberin Elle Darby etwas abhaben. Doch leider ging die Anfrage der Beauty-, Lifestyle und Fitness-Bloggerin nach hinten los und gipfelt nun im sogenannten #Bloggergate. 

"Zahl, wie alle anderen auch"
Elle, die dem Hotel "Charleville Lodge" in der irischen Hauptstadt Dublin ihre Reichweite von 87.000 YouTube- und 76.000 Instagram-Followern im Gegenzug für eine kostenlosen Aufenthalt für sich und ihren Freund Connor Swift anbot, rechnete wohl nicht damit, dass der Besitzer des Hotels zu einem Rundumschlag gegen dreiste Influencer ausholen würde. Über die offizielle Facebook-Seite der Herberge ließ Paul Stenson verlauten, was er von Darbys E-Mail hält: "Man braucht schon ganz schön Eier, solch eine Anfrage rauszuschicken - offenbar aber umso weniger Würde und Selbstachtung", heißt es hier. Seine Worte begründet der Hotelier und Café-Besitzer weiter mit der Frage, von was er Darbys Meinung nach den Strom oder seine Mitarbeiter bezahlen solle, wenn die Influencerin es nicht für nötig halten würde, wie jeder andere Gast auch die Rechnung selbst zu tragen. "Soll ich meinem Personal sagen, dass sie keinen Lohn erhalten, sich aber freuen dürfen, in einem YouTube-Video aufzutauchen?" Für Stenson ist seit Darbys Anfrage klar, dass er nie wieder mit Influencern zusammen arbeiten möchte: "All Bloggers Banned From Our Business" prangt in fetten Lettern auf der Webseite des "The White Moose Café", das ebenso Paul Stenson gehört.

Geht er zu weit? 

Zu seinem wutentbrannten Text hing Stenson ein Foto der E-Mail Darbys an. Und obwohl der Name der YouTuberin darauf durchgehend geschwärzt wurde, fanden Fans schnell heraus, wer gemeint war. Ein riesiger Shitstorm gegen beide Seiten ließ natürlich nicht lange auf sich warten. So freuen sich die einen, dass ein Hotelier den Mut besaß, einem Instagram-Sternchen die Meinung zu geigen, andere wiederum stärken Elle den Rücken und finden die Aussagen des Hotelbesitzers völlig überzogen. Vor allem weil Paul Stenson seit des viralen "Erfolgs" seines Bloggershamings, keinen Post ausließ, um nicht nochmal gegen Elle und alle anderen Internetsternchen zu schießen. 

Rechnung über 5,2 Millionen Euro 
Der schob nun übrigens noch einen nach und veröffentlichte ein zweites Foto. Darauf zu sehen: Eine Rechnung über 5,2 Millionen Euro - ausgestellt an Elle Darby. Der Grund für diese zweifelhafte Tilgung? Stenson verlangt seinen Anteil dafür, dass die YouTuberin dank seines Schreibens in 114 Artikeln in über 20 Ländern gefeaturt wurde und somit eine Reichweite von 450 Millionen Menschen gemacht hat. Natürlich stellt Paul Stenson diese Rechnung nicht wirklich aus - er wollte damit nur verdeutlichen, in welcher Position sich kleinere Betriebe fühlen, wenn sie dreist um Kost und Logis geprellt werden sollen - und das nur für ein paar Likes - die weder die "Charleville Lodge" noch das "The White Moose Café" laut Stenson nötig hätten. Dennoch macht der Ire mit seinem Diss nun viel Geld: Mit dem Vertrieb von Merch. Auf den Shirts, die er in seinem Coffeeshop "The White Moose Café" zum Kauf anbietet, ist zu lesen: "Ich verlangte Werbegeschenke - und alles was ich bekam, war dieses T-Shirt" oder "Ich wurde vom 'The White Moose' bloßgestellt". 

Und Elle Darby? Die hat dank des #Bloggergates nun über 10.000 Instagram-Follower dazugewonnen. Scheint als hätte sich der Influencer-Beef für beide Seiten gelohnt.