Darum verfliegt die Zeit im Alter gefühlt schneller
Erinnert Ihr Euch noch daran, dass sich die Sommerferien als Kind immer endlos lang angefühlt haben? Heute hingegen vergeht die Zeit wie im Flug. Doch warum empfindet man das im Alter so?
Erinnert Ihr Euch noch daran, dass sich die Sommerferien als Kind immer endlos lang angefühlt haben? Heute hingegen vergeht die Zeit wie im Flug. Doch warum empfindet man das im Alter so?
Angela Merkel ist 2018 bereits seit 13 Jahren an der Regierungsspitze - na, fühlst Du Dich nun alt? Die letzten Jahre sind bestimmt auch für Dich wie im Flug vergangen. Doch keine Angst, mit diesem Empfinden bist Du nicht allein. Wie die Ludwig-Maximilian-Universität in München herausgefunden hat, ändert sich das Zeitgefühl im zunehmenden Alter rapide. Um an diese Ergebnisse gelangen zu können, untersuchten Wissenschaftler der Universität 499 Probanden im Alter von 14 bis 94 Jahren auf deren Wahrnehmung der letzten zehn Jahre. Das Alter war hierbei ausschlaggebend, denn das Jahrzehnt verging für ältere Teilnehmer schneller als für Teenager.
Die Befragten zwischen 20 und 59 Jahren wählten in den Fragebögen vermehrt Aussagen aus, die sich auf Zeitdruck bezogen und die Angst thematisierte, nicht alles was sie noch tun wollen schaffen zu können.
In diesem Lebensabschnitt sind Menschen mit dem Beruf, der Familie und Freunden vollkommen ausgelastet und verfallen in einen gewissen Alltagstrott. In jungen Jahren erlebt man dagegen viel Neues wie den Schulabschluss, die erste eigene Wohnung oder den ersten Job. Bei so vielen neuen emotionalen Erlebnissen nimmt man die Zeit zwischen dem 18. und 21. Geburtstag deshalb als länger und intensiver wahr als dieselbe Zeitspanne in den Vierzigern. "Wenn wir immer weniger erleben, das neuartig ist, verfliegt die Zeit. Dinge, die wir zum ersten Mal erleben, lassen uns die Zeit dagegen als länger dauernd wahrnehmen", bestätigt Marc Wittmann vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene Freiburg in einem Interview mit der "Heimatzeitung".
Dies betitelt Marc Wittmann unter anderem als sogenannten Urlaubs-Effekt. Der erste Tag in einem anderen Land fühlt sich immer länger an als etwa ein Bürotag, den man täglich erlebt. Doch auch hier tritt der Altagstrott irgendwann in Vorschein - etwa dann, wenn man sich zu lange an diesem Ort aufhält. Gestaltet man sein Leben ereignisreich und spannend, vergehen die Tage langsamer. Wer der Zeit also ein Schnippchen schlagen will, sollte öfter reisen, neue Orte besuchen und Eindrücke aufsaugen.