In Deutschland sind mehr als 1,3 Millionen Menschen alkoholabhängig und nur etwa zehn Prozent unterziehen sich einer Therapie. Auch Musiker und Schauspieler greifen vermehrt zur Flasche und gestehen ihre Sucht.
 
Ben Affleck

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20.000 Todesfälle pro Jahr
Alkoholismus ist eine Krankheit, welche man keinem Geschlecht, einer Kultur oder einem sozialen Status zuordnen kann. Es kann jeden jederzeit erwischen. Allein in Deutschland greifen mehr als 9,5 Millionen Menschen täglich zur Flasche. 1,3 Millionen dieser sind alkoholabhängig und können sich ein Leben ohne ihre Droge nicht mehr vorstellen. Laut dem Bundesamt für Statistiken lehnen 90 Prozent aller Trinker eine Therapie ab, wollen sich ihre Sucht nicht eingestehen, kosten dem Staat jährlich 26,7 Milliarden Euro und sind der Grund für schlaflose Nächte aller Familienmitglieder. Allein bei uns in Deutschland gibt es jährlich 20.000 Todesfälle, welche der Abhängigkeit zugeschrieben werden.

Doch nicht nur unsereins versucht sich immer mal wieder seine Probleme von der Seele zu trinken. Auch Prominente kommen mit dem Leben und der Öffentlichkeit nicht klar und werden abhängig. Folgende Superstars haben bereits in der Vergangenheit gestanden, süchtig zu sein und haben offen und ehrlich über ihre Lage gesprochen:

Eminem
Marshall Mathers legte seinen bürgerlichen Namen bereits in den 1990er Jahren ab und trat seither nur unter dem Alter Ego Eminem in Erscheinung. Schon als Teenager bekannte er sich zum Alkoholmissbrauch, und gab selbst zu, Getränke mit verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln gemischt zu haben. Im Laufe seines Lebens wies er sich mehrfach in eine Suchtklinik ein, wurde wieder rückfällig und versuchte auf ein weiteres Mal, nüchtern zu bleiben. Musiker Elton John soll am Ende die treibende Kraft gewesen sein und Eminem dazu bewegt haben, die Finger vom Alkohol zu lassen.

Ben Affleck
Laut Affleck selbst waren seine Eltern bereits Alkoholiker und die Sucht zog sich durch die ganze Familie. Der Schauspieler kämpfte in den 1990er Jahren gegen die Krankheit an und checkte 2001 selbst in die Entzugsklinik ein. Fast 15 Jahre lang konnte er den Versuchungen entkommen, bis er auf verschiedenen Veranstaltungen in Hollywood erneut zur Flasche griff und nachgegeben hatte. Momentan kämpft er erneut gegen seine Sucht an.

Mike Tyson
Bereits im Jahr 2013 erklärte der in Rente gegangene Boxweltmeister, dass er den wohl größten Kampf in seinem Leben noch immer nicht gewonnen habe und gegen seine schwere Alkoholsucht ankämpfen würde. All das Geld, der Stress und die Medien haben ihn zu sehr unter Druck gesetzt, sodass Mike einen Ausweg gesucht habe. Aktuell soll er seine Sucht im Griff haben.

Lindsay Lohan
Der damalige Kinderstar griff mit 17 Jahren erstmals zur Flasche und landete in den vergangenen Jahren immer mal wieder in den Schlagzeilen. Die Schauspielerin hat unzählige Aufenthalte in Entzugskliniken hinter sich, wurde nach Drogen- und Alkoholeskapaden selbst von der Polizei festgenommen und musste ebenfalls im Knast einige Zeit verweilen. Auch ein elektronisches Armband, welches Alkohol in ihrem Schweiß habe nachweisen können, musste Lindsay einige Monate lang tragen und scheint ihre Sucht noch immer nicht im Griff zu haben.

Robert Downey Jr.
Unser gefeierter Iron Man war nicht immer so erfolgreich im Business. In den 1990er Jahren verfiel auch Robert Downey Jr. dem Alkohol und scheint sein Leben seither komplett auf den Kopf gestellt zu haben. Sein Vater hatte ihm damals seine Leidenschaft für bewusstseinserweiternde Substanzen vermacht, wie er in einem Interview aus 1988 wie folgt erklärte: “Es war immer eine Menge Gras und Kokain da. Wenn ich und mein Vater zusammen Drogen nahmen, dann war das, als ob er damit seine Liebe zu mir ausdrückte - auf die einzige Art, die er kannte.”

Johnny Depp
Laut unzähligen Medien hat sich seine Frau Amber Heard von dem Schauspieler getrennt, welcher sich gegen sie und für seine Alkoholexzesse entschieden hat. Johnny Depp soll sich seinen Problemen durchaus bewusst sein und versucht schon seit einigen Jahren gegen seine Sucht anzukämpfen. Bislang leider vergebens.

Alkoholismus sollte man nicht unter den Tisch kehren. Der erste Weg zur Besserung ist die Einsicht der eigentlichen Probleme. Bei uns in Deutschland gibt es unglaublich viele Gesprächsrunden der anonymen Alkoholiker, sowie Beratungsstellen, welche ihre Hilfe kostenlos und rund um die Uhr anbieten.