Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Göttliche Hilfe bei Handysucht?

Dieser Pfarrer segnet die Smartphones seiner Kirchengänger

Der 30-jährige Pfarrer Alessandro Palermo von der San Matteo Kirche aus Marsala in Italien segnet die Smartphones seiner Gemeinde-Mitglieder und macht auf den richtigen Umgang mit Medien aufmerksam.

Heiliges Handy?

Normalerweise ist das Benutzen von Smartphones in Kirchen strikt verboten. Immerhin sollte man sich im Gotteshaus ganz seinem Glauben hingeben und sich nicht von süßen Katzenvideos oder anderem Online-Content ablenken lassen. Anstatt das Gerät aber vollständig zu verbannen, lädt der sizilianische Pfarrer Alessandro Palermo die Gäste seiner San Matteo Kirche in der Hafenstadt Marsala aber lieber dazu ein, es zur Messe mitzubringen und segnen zu lassen. Ganz dem Handy zu entsagen, wäre demnach nicht der richtige Weg, wie er der "Süddeutschen Zeitung" verrät. Vielmehr sollte man den richtigen Umgang damit erlernen, sodass man das Wesentliche nicht aus den Augen verliert. 

Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Smartphone-Segnung

Nachdem bereits in der Vergangenheit Geschäfte oder Autos gesegnet wurden, sind Handys für ihn nun der nächste logische Schritt, wie er der "Süddeutschen Zeitung" erzählt. "Ich segne also das Gerät, doch mein Ziel ist es, die Menschen dahinter zu segnen, sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Welt um sich herum nicht ausschließen sollen", erklärt er weiter. "Wir verlieren das Gefühl dafür, wann es passend ist, online zu sein und wann es hingegen nötig wäre, offline zu sein", fügt er noch hinzu.

Sein eigenes Smartphone segnet der 30-Jährige natürlich auch, wie er im Interview erläutert. Um für seine Gemeinde stets erreichbar zu sein, ist Pfarrer Palermo auf sämtlichen sozialen Kanälen vertreten. Auf seinem eigenen Blog "Elementi Di 'Pastorale Digitale'" zeigt Palermo außerdem Gründe auf, weshalb der bewusste Umgang mit dem Handy so wichtig sei. Mit dieser besonderen Segnung sollte der Geistliche definitiv mehr Jugendliche in seine Kirche bekommen können. Ob andere Pfarrer dies als Vorbild sehen könnten und das Handy-Gebet vielleicht auch in Deutschland übernehmen, ist bislang allerdings unbekannt.