Mit Einführung des Euros vor nunmehr 18 Jahren vergaben fast alle europäischen Länder sogenannte Euro Starterkits - und in manchen Teilen der Welt sind die heute viel Wert. Lohnt sich ein Verkauf? Wir klären auf.
 
Das Euro Starter Kit aus dem Jahr 2002

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 Vor 18 Jahren sagten wir leise "Adieu" 
Eine Kugel Eis für 0,50 Pfennig? Das waren noch Zeiten!  Im Januar 2002 wurde die Deutsche Marke im Sinne des europäischen Einheitsgedanken als Währung abgelöst und durch den Euro ersetzt. Zum Start der neuen Währungs-Zeitrechnung verkauften alle Länder Europas sogenannte Starterkits an ihre Bevölkerungen. Diese beinhalteten in Deutschland, zu einem DM-Preis von 20 Mark, Euro-Münzen jeder Art und Größe im Wert von 10,23 Euro (Umrechnungskurs: 1 Euro = 1,95583 D-Mark). Die Wenigsten von uns konnten sich damals Gedulden und rissen die, meist in durchsichtigem Plastik verpackten, Geldkits sofort auf, um den ersten Euro-Einkauf zu tätigen. Dabei kann es sich heute lohnen, noch ein ungeöffnetes, originales Starterkit zu besitzen. Einige Fälle zeigen, mit dem richtigen Kit, kann richtig viel Geld fließen.

2002 kam der Euro und löste die Deutsche Mark ab

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 Für bis zu 1.000 Euro unter dem Hammer 
Der Sammlerwert der ersten Euro-Münzpäckchen aus Zwergstaaten* wie dem Staat Vatikanstadt oder Monaco ist knapp 20 Jahre nach Einführung des Euros gestiegen. Berichten zufolge sollen Sammler ein ungeöffnetes Starterkit, das am 1. März 2002 vom Vatikan an seine Staatsbürger und Angestellten herausgegeben wurde, für mehr als 600 Euro ersteigert haben. Stimmen diese Angaben, handelt es sich hierbei um eine Wertentwicklung von mehr als 15.000 Prozent. Ausgegeben wurde das Starterkit 2002 für 3,88 Euro. Der italienische Kleinstaat San Marino, eine der ältesten Republiken der Welt, gab als einziger europäischer Staat kein Starterkit an seine knapp 34.000 Bürger heraus. 

Ein Starterkit aus Vatikanstadt kam für 600 Euro unter den Hammer

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 Deutsches Starterkit wertlos 
Der Wert von Starterkits, die von der Bundesregierung herausgegeben wurden, verzeichnet knapp 20 Jahre später keinen signifikanten Anstieg. Es gilt: Je kleiner der Mitgliedstaat und je kleiner die Auflage der Starterkits, desto höher die Chance auf eine gute Wertentwicklung. Lediglich bei Falschprägungen haben auch Verkäufer deutscher Starterkits gute Chancen auf einen hohen Verkaufserlös - allerdings bestimmt hier die Nachfrage den Preis und  allzu viele liquide Münzsammler scheint es nicht zu geben. Es lohnt sich also mehr, dass Starterkit als Andenken zu behalten - den emotionalen Wert kann man eh nicht mit Geld aufwiegen. 

*Unter der Bezeichnung europäische Zwergstaaten (auch Mikrostaaten) fasst man die Staaten zusammen, die aus der europäischen Geschichte mit besonders kleiner Landfläche hervorgegangen sind, deren Eigenständigkeit jedoch uneingeschränkt anerkannt wird: Andorra, Liechtenstein, Malta, Monaco, San Marino und der Staat Vatikanstadt.