Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Studie bringt neue Erkenntnis zum Vorschein

Kann der Hang zu Scheidung genetisch weitervererbt werden?

Bei Scheidungskindern ist die Wahrscheinlichkeit für eine eigene eheliche Trennung deutlich höher – bei adoptierten Sprösslingen soll dies laut einer neuen Studie aber nicht der Fall sein. Der Grund: Genetik.

Einmal Scheidung, immer Scheidung?

Statistisch gesehen lösen Scheidungskinder die eigene Ehe mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auf, als Kinder, die aus intakten Familien hervorgehen. Das berichtet die Universität Wien. Bei männlichen Scheidungskindern soll die Wahrscheinlichkeit zur eigenen Scheidung sogar noch höher sein, als bei Frauen. Doch woher kommt das? Könnte etwa die Erziehung der Eltern dafür verantwortlich sein?

Laut einer neuen Studie der amerikanischen Virginia Commonwealth Universität in Zusammenarbeit mit der schwedischen Lund Universität soll eben dies nicht der Fall sein. Ausschlaggebend für diese überraschenden Studienergebnisse seien keine psychologischen, sondern vielmehr genetische Gründe.

Das Scheidungs-Gen

Die Experten analysierten hierfür geschiedene Menschen aus ganz Schweden nach ihrer elterlichen Scheidungsvergangenheit. Dabei fanden sie heraus, dass adoptierte Kinder in der Scheidungsfrage weniger dem Vorbild ihrer Adoptiveltern folgen würden, sondern eher dem der leiblichen Eltern. Die Studie soll nun in einer kommenden Ausgabe des "Psychological Science"-Journals veröffentlicht werden. Diese interessante Erkenntnis könnte eine große Hilfe für Therapeuten und Eheberater sein. So könnten sie drohende Scheidungen nicht mehr mit dem Stärken der Kommunikation der Partner verhindern, sondern müssten vielmehr auf tiefere persönliche Eigenschaften eingehen. Ob das die Scheidungsrate aber verringern kann, wagen wir zu bezweifeln.