Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Täter und Motiv noch unbekannt

Schweiz: unzählige 500-Euro-Scheine die Toilette hinunter gespült

Die Genfer Staatsanwaltschaft beschäftigt sich gerade mit einem besonderen Fall – Unbekannte haben einige lila Banknoten im Wert von etwa 100.000 Euro im Klo hinuntergespült. Die Behörden ermitteln jetzt nach dem Motiv der dubiosen Tat.

Geld ist Privatsache

Die Schweiz beheimatet die meisten reichen Menschen - das geht zumindest aus dem letztjährigen "Global Wealth Report" hervor. Allerdings reden die Eidgenossen nur sehr ungern über Einkommen oder Vermögen: ob da dann nicht auch der eine oder andere unehrliche Euro dabei sein wird? So bereitet den staatlichen Behörden nun ein neuer Fall in der Hauptstadt Genf Kopfschmerzen. Unbekannte sollen demnach versucht haben, still und heimlich unzählige lila Euro-Scheine regelrecht die Toilette runterzuspülen. Doch wer könnte so etwas wollen und noch viel wichtiger: wieso sollte man sein Geld auf diese Art verschwinden lassen?

Griff ins Klo

Ab nächstem Jahr will die Europäische Zentralbank die Produktion des 500-Euro-Scheins einstellen, um so Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit einzudämmen. Genau jene lila Banknoten sorgen jetzt aber für große Fragezeichen in den Köpfen der Schweizer Behörden. Unbekannte Personen hatten mehrere Tausend Euro kleingeschnitten und dann versucht, diese auf der Toilette des Tresorraums einer Bankfiliale der "UBS Group" hinunterzuspülen. Das bestätigte nun der Justizsprecher Vincent Derouand laut dem britischen Sender "BBC" in einem Statement.

Sowohl die Genfer Filiale, als auch umliegende Restaurants hatten daraufhin mit verstopften Klos zu kämpfen. Die Betreiber der Gaststätten meldeten die Vorfälle bei der Polizei und beschwerten sich über ihre überquellenden WCs und die daraus folgenden Schäden. Bevor jedoch weiter ermittelt wurde, hat sich laut Berichten der Schweizer Zeitung "Tribune de Genève" ein spanischer Anwalt eingeschalten. Dieser wollte die angefallen Klempnerkosten im Auftrag seiner beiden Klientinnen begleichen – und tatsächlich zogen die Wirtsleute daraufhin ihre Anzeigen zurück, wie Deroud versicherte.

Skeptische Behörde

Geld zu zerstören stellt in der Schweiz zwar keine Straftat dar, allerdings ist die Herkunft der Banknoten wohl eher zweifelhafter Natur – warum sonst sollte man tausende Euros die Toilette hinunterspülen? Es konnten schließlich doch noch mehrere Scheine sichergestellt werden, deren Herkunft die Genfer Staatsanwaltschaft nun untersuchen möchte. In einem Interview mit dem amerikanischen Nachrichtenunternehmen Bloomberg gab der Sprecher Henri Della Casa an, dass etwas hinter der Geschichte vermutet werden müsste und deshalb Ermittlungen zu dem Fall eingeleitet wurden.

Hinter der Tat werden laut "Tribune de Genève" zwei spanische Frauen vermutet, die das Geld vor einigen Jahren im Safe der betroffenen Bankfiliale deponiert haben sollen. Das Motiv für die ungewöhnliche Entsorgung der Euros ist bislang unbekannt. Es bestehen aber durchaus Zweifel, dass die Scheine "sauber" waren.