Bewohner der isländischen Hauptstadt Reykjavík werden in Zukunft wohl öfters Drohnen über ihren Köpfe hinwegfliegen sehen. Grund dafür ist ein neuer Lieferservice der Unternehmen "Flytrex" und "AHA", die den Heißhunger der Anwohner in Rekordzeit befriedigen möchten und deshalb das Fluggerät dem klassischen Auto vorziehen.

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Credit: Knoell Marketing/Unsplash

Eine schmackhafte Kooperation
Ewig zu Hause auf das bestellte Essen zu warten, war gestern. Dank zweier Unternehmen ist es in Island jetzt möglich, sich Burger, Bier und Sushi innerhalb von nur vier Minuten per Drohne liefern zu lassen. Die "Matrice 600", ein sogenannter Hexacopter der Marke "DJI" soll hierbei der Schlüssel zu schnellem Essensglück sein. Die nötige Infrastruktur stellt dabei die israelische Firma "Flytrex" bereit, die in den letzten Jahren an einem cloudbasierten Liefersystem gearbeitet hat, das nun endlich zur Geltung kommen darf. Das isländische Unternehmen "AHA" steuert die kulinarischen Köstlichkeiten zu dem Projekt bei. Leider können nur bestimmte Einwohner der Stadt Reykjavík diesen Luxus genießen, da die Drohne bislang nur eine einzige Route fliegen kann.

 

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So funktioniert es
Für den Lieferprozess werden gleich zwei Personen benötigt, die sich darum kümmern, dass das Essen bei dem Kunden auf dem Tisch landet. Einer legt die bestellte Ware in den Korb der Drohne und schickt sie dann auf den Weg zur zweiten Person, die bereits am Ende der Route auf das Fluggerät wartet. Sobald der Hexacopter gelandet ist, wird das Essen dann entnommen und zum endgültigen Zielort geliefert - hört sich zwar umständlich an, geht aber ganze 25 Minuten schneller, als auf dem herkömmlichen Weg. Das liegt daran, dass ein Lieferfahrer einen beachtlichen Umweg um einen Fluss fahren müsste, während der kleine Flieger einfach darüber hinweg schweben kann. Die einzige Vorgabe ist hierbei, dass die Bestellung nicht mehr als drei Kilogramm auf die Waage bringen darf. Das Unternehmen "Flytrex" rechnet täglich mit etwa 20 Aufträgen dieser Art. Die Lieferung soll den Kunden dabei lediglich 66 Cent kosten. Im Moment bringt die Drohne das Essen aber leider noch nicht direkt vor die Haustür des Empfängers. Dies soll sich allerdings bereits zum Ende des Jahres ändern. Spätestens dann soll das Fluggerät die bestellte Ware einfach per Seil zu den hungrigen Bestellern herablassen können - der Wahnsinn! Die israelische Firma plant außerdem, bis dahin ganz Reykjavík per Drohne versorgen zu können.

 

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Die Konkurrenz
Auch der Online-Shopping-Riese Amazon arbeitet seit einiger Zeit an Drohnenlieferungen und konnte diesbezüglich auch bereits kleinere Erfolge in Großbritannien verbuchen. Die US-Firma "7-Eleven" experimentierte im US-Bundesstaat Nevada mit ähnlichen Liefermethoden. Yari Bash, der CEO des Unternehmens "Flytrex", äußert gegenüber "The Verge", dass die Israelis auf diesem Markt in Zukunft klare Vorteile gegenüber der Konkurrenz haben werden würden. Die Firma könnte dabei sowohl die Drohnen, als auch das Cloud-System, die zusätzliche Software und die Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Sogar die Wartung der Geräte könne intern abgewickelt werden. Das Unternehmen biete ihren Kunden zudem Unterstützung an, um bei den lokalen Aufsichtsbehörden, wie zum Beispiel der isländischen Transport-Aufsicht, die nötigen Zusagen zu bekommen. Dies könnte aus der Sicht Bashs bereits ausreichen, um "Flytrex" zu einem großen Player dieses Marktes zu machen. Dennoch stehen dem Ganzen strenge Vorschriften der Flugsicherheitsbehörden gegenüber. Die schnellen Drohnenlieferungen werden vorerst also wohl leider nicht zu unserem Alltag gehören.