Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Unfair oder völlig legitim?

Diskriminierung? Café verweigert Kindern unter zwölf Jahren den Service

Vor etwa einem Monat eröffnete Bob Higginson in der britischen Stadt Brixham sein eigenes Café namens "The Chart Room". Eine umstrittene Bekanntgabe des 61-Jährigen sorgte nun allerdings für hitzige Diskussionen im Internet.

Kinderverbot?

Als Café-Besitzer wünscht man sich immer einen gewissen Bekanntheitsgrad. Bob Higginson hatte dieses Ziel natürlich auch für sein frisch eröffnetes Lokal "The Chart Room" gesetzt. Das Restaurant in der britischen Stadt Brixham bietet Besuchern feinste Kreuzfahrtschiff-Atmosphäre und ist mit unzähligen Ausstellungsstücken im Seefahrer-Stil gespickt. In die Medien schaffte es der 61-Jährige allerdings aus einem ganz anderen Grund: Kurz nach der Eröffnung verkündete Higginson, dass Hunde zwar willkommen seien, er aber keine Kinder bedienen würde, die jünger als zwölf Jahre seien. Im Internet sorgte dies für einige Kommentare von empörten Mitbürgern. Darf der Café-Besitzer so etwas wirklich tun oder ist das bereits Diskriminierung?

Kein Service

"Ich wollte, dass die Leute hierher kommen und nostalgisch über die alten Zeiten reden können, ohne dass hier Kinder herumrennen und sie dabei stören", erzählte Bob Higginson laut der britischen Zeitung "Metro". "Meine Zielgruppe sind ältere, erwachsenere Leute, die Ruhe und Frieden möchten", fügte er noch hinzu. Im Gegensatz zu den stets willkommenen Hunden, würden Kinder außerdem des Öfteren Dinge zerbrechen. Der 61-Jährige fürchtet deshalb um die Unversehrtheit seiner teilweise teuren Artefakte, die im gesamten Lokal ausgestellt sind.

Gespaltene Meinungen

Die Entscheidung des 61-Jährigen stößt dabei nicht nur auf positive Worte. Anwohnerin Wendy Moore zeigte sich laut der Online-Zeitung "Scotsman" alles andere als begeistert: "Wer zum Teufel denkt Bob Higginson, wer er eigentlich ist? Würde er auch behinderten Menschen den Zutritt verweigern? Oder Leute mit einer bestimmten Hautfarbe oder Religion [verbannen]? Ich wette meinen letzten Dollar, dass er es nicht tun würde! […] Wie kommt er also auf den Gedanken, es sei okay, Kinder eines bestimmten Alters auszuschließen? Das ist pure Diskriminierung", wird die Frau zitiert. Einige weitere Anwohner stimmten ihr dabei zu.

Zuspruch überwiegt

Viele andere befürworten allerdings auch den Entschluss von Bob Higginson. Auf der Facebook-Seite des Lokals veröffentlichte der 61-Jährige einen Screenshot einer PinPoll-Umfrage, bei der sich 91 Prozent der Teilnehmer für die Entscheidung des Café-Besitzers aussprachen. Nur neun Prozent hätten demnach aktiv gegen die Regelung gestimmt. Der Zuspruch überwiegt demnach deutlich. Laut "Scotsman" wünschten sich manche sogar ein gänzliches Verbot für Personen unter 18 Jahren. Im britischen Gesetz gäbe es laut einem Sprecher des zuständigen Stadtrats übrigens keinen Einwand gegen Higginsons Entschluss. Was meint Ihr? Ist die Entscheidung des 61-Jährigen legitim oder einfach unfair?