Der Mikrobiologe Chuck Gerba entnahm diversen Hotels Proben ihres Interieurs. Unter anderem, dem Haartrockner. Mit diesem Wissen werdet Ihr künftig Eurem eigenen Föhn einen Urlaub spendieren - wetten? 
Föhn
Beispielfoto; Credit: Ute Grabowsky/GettyImages

Haartrockner oder Keimfalle?
Eines der Kriterien für ein gutes Hotel ist neben der Lage, der Ausstattung, dem Frühstück und dem Service sicherlich auch, ob das Bad über einen guten Haartrockner verfügt. Schließlich gibt es nichts schlimmeres, als mit nassem Haar vor dem Spiegel zu stehen, festzustellen, dass man weder einen Föhn mitgebracht hat, noch im Zimmer vorfindet und wie ein begossener Pudel dem Hotel-Personal entgegen treten zu müssen. Die wenigsten nehmen auf Reisen einen sperrigen Haartrockner mit - der nimmt den geliebten Urlaubs-Outfits schließlich den Platz weg. Wer einen Föhn in seinem Hotelzimmer hat, freut sich oftmals, dabei raten Hygieneexperten vom Gebrauch dieser ab. Wieso? Weil sich in diesem Gerät, ähnlich wie bei Handtrocknern, die Keime nur so sammeln und Haartrockner somit so dreckig sind wie Toiletten. Klingt eklig? Ist es auch. 

Hotelzimmer

Beispielfoto;  Credit: Nik Lanús/Unsplash

Ablageort Grund für Keim-Vorkommen 
Der Mikrobiologe Chuck Gerba nahm unterschiedliche Keim-Proben in Hotels diverser Preisklassen. Diese reichten von 80 Euro bis knapp 500 Euro pro Nacht. In jeder Unterkunft untersuchte der Biologe neun Gegenstände auf deren Hygiene-Zustand. Darunter: Toiletten, bereitgestellte Gläser, Waschbecken, Bügeleisen und eben auch Föhne. Kaum verwunderlich war das Keimaufkommen an den Toiletten und Ausgüssen der Waschbecken. Was jedoch schockiert, ist dass Gerba auch an Haartrocknern ein immenses Keimwachstum feststellen konnte. Den Grund für die Verschmutzung sieht Gerba in den Ablageflächen des Föhns. Denn oftmals bieten Hotelbadezimmer nur wenig Platz und Stauraum - so wird der Haartrockner gerne vom Gast auf dem Toilettendeckel oder dem Badezimmer-Boden zwischengeparkt. 

Badezimmer
Beispielfoto; Credit: Dan Watson/Unsplash

Desinfektion hilft - manchmal 
Wer jetzt denkt, dass man diese Oberflächen einfach mit einem Desinfektionstuch abwischen könne, der irrt sich: "Mit Tüchern verwischt man die Keime nur - im Falle eines Haartrockners bläst man sie zusätzlich im Hotelzimmer herum", so Chuch Gerba gegenüber ABC News. "Nahezu vier Millionen Menschen übernachten täglich in Hotelbetten. Das Risiko sich dabei eine Hautkrankheit oder Keime einzufangen, ist jedoch weiterhin gering", sagt Joe McInerney vom Verband der amerikanischen Hotels und Unterkünfte. Wie immer gilt: Nur weil etwas sauber aussieht, muss es nicht zwingend sauber sein - und Euer Föhn freut sich bestimmt auch mal, rauszukommen und die Welt zu bereisen.