Im US-Bundesstaat Texas wollen drei Schulen das Holzpaddel wieder zum Einsatz bringen. Im Three Rivers Schuldistrikt sollen ungehorsame Schüler anstatt mit einem Verweis nun wieder mit körperlichen Konsequenzen bestraft werden. Vor allem Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren sollen dadurch effektiver erzogen werden.

Körperstrafe
Das Anwenden von physischen Strafen für Kinder wird seit Jahren auf der ganzen Welt heiß diskutiert. "Eine kleine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet" hört man von vielen Eltern. Doch inzwischen erachtet die breite Öffentlichkeit das Züchtigen von Kindern als unangemessen und kontraproduktiv. Ein Schlag ins Gesicht wäre absolut entwürdigend, wird ein Experte von dem Schweizer Magazin "Beobachter" zitiert. Gerade an Schulen wurde die Ohrfeige oder der altbekannte Rohrstock allerdings gerne als Mittel der Disziplinarstrafe verwendet. Manche Lehrer hätten sogar Kopfnüsse an ihre Schüler verteilt. In Deutschland wurde das Züchtigungsrecht für Lehrkräfte im Jahr 1973 flächendeckend abgeschafft.  In der DDR hingegen waren sie bereits seit 1949 verboten. In dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird die Sache allerdings etwas anders gesehen. Jeder US-Bundesstaat darf selbst entscheiden, ob Kinder an Schulen mit Schlägen oder anderen Körperstrafen gezüchtigt werden dürfen. In 19 Staaten sei demnach das sogenannte "Corporal Punishment" gesetzlich vollkommen legitim. In Texas führte eine Gruppe von Schulen jetzt sogar das alte Holzpaddel als Disziplinarstrafe wieder ein.

Schläge für schlechtes Verhalten
Die Lehrkräfte der drei Schulen des Three Rivers Distrikts in Texas werden in Zukunft ihre Schüler zwischen vier und 18 Jahren wieder züchtigen dürfen. Für jedes Fehlverhalten würde es einen Schlag mit dem Holzpaddel geben. Der Vorschlag wurde von dem Verhaltenskoordinator der Grundschulen, Andrew Amaro bei einer Sitzung vorgeschlagen. Er erhofft sich durch das Paddel eine abschreckende Maßnahme für vier bis zwölfjährige Kinder. Laut eigener Aussage gegenüber der Zeitung "Corpus Christi Caller-Times", sei er in seiner früheren Schulzeit selbst "gepaddelt" worden und es hätte Wirkung gezeigt. "Es war eine sofortige Antwort für mich. Ich wusste, dass, wenn ich Ärger mit dem Lehrer hatte oder respektlos war, ich einen Schlag vom Direktor bekommen würde", erklärte er der Zeitung.

In der neuen Regelung dürfen allerdings nur ausgewählte Mitarbeiter das Paddel schwingen. Außerdem bedarf es in jedem Fall der Zustimmung der Eltern. Falls sie die Körperstrafe ablehnen, wird die Schule ihr Kind weiterhin mit gewöhnlichen Methoden, wie Hausarbeiten, Nachsitzen oder Verweisen bestrafen. Laut der britischen  Zeitung "Independent" bleibt es bei den Schülern der texanischen Bildungseinrichtungen allerdings nicht bei einem Einzelfall. Ganze 110.000 amerikanische Kinder würden jedes Jahr in der Schule gezüchtigt werden. Der US-Sekretär für Bildung John B. King Jr. fordert deshalb auch ein landesweites Verbot der Körpersprache in den USA. Sie würde die Kinder aggressiver und noch trotziger machen, was den ursprünglichen Sinn vollkommen zu Nichte mache. Darüber hinaus wären diese Schüler auch anfälliger gegenüber mentalen Problemen und dem Missbrauch von Drogen. Ein flächendeckendes Verbot der Körpersprache in den USA steht allerdings noch immer in den Sternen.

Haltet Ihr die Körperstrafe für angemessen? Wir sind gespannt auf Eure Meinungen.