"Lyrebird" ist eine neu entworfene Künstliche Intelligenz, die jedermanns Stimme anhand einer einminütigen Sprachaufnahme komplett auswerten und kopieren kann. In nur einer halben Sekunde kann die KI mit dieser Stimme eintausend Sätze in verschiedenen Emotionen generieren.
 

Lyrebird
Das Start-Up-Unternehmen "Lyrebird" will mit seiner gleichnamigen Künstlichen Intelligenz die Technologien der Sprachsynthese revolutionieren. Den Namen erhält die KI durch den australischen "lyrebird", einen einzigartigen Vogel, der hierzulande Leierschwanz genannt wird. Das Besondere am Leierschwanz ist seine Fähigkeit, Geräusche zu imitieren. Dabei kennt der Vogel übrigens keine Grenzen: Er kann neben dem Gesang anderer Vögel auch Säugetier-Laute kopieren. Darüber hinaus beherrscht er ebenfalls viele anderen Geräusche, wie Autohupen, Kettensägen oder sogar Laser-Kanonen. Seht selbst!
 

 
Ganz nach dem Vorbild dieses außergewöhnlichen Vogels, soll die Künstliche Intelligenz "Lyrebird" ein beinahe perfekter Stimmenimitator sein. Anhand einer Sprachaufnahme mit einer Länge von nur einer Minute soll die KI jede beliebige menschliche Stimme analysieren können. Aus den charakteristischen Eigenschaften der Stimme könne "Lyrebird" dann einen einzigartigen "Schlüssel" generieren, mit dem man die eingelesene Stimme alles sagen lassen kann, was man möchte. Sogar eine ganz eigene Stimme mit bestimmten Wunschmerkmalen soll die Wunderwaffe erschaffen können. Nur eine halbe Sekunde braucht "Lyrebird" um eintausend verschiedene Sätze mit den vorgegebenen Stimmmerkmalen zu generieren. Dabei kann die KI durch einen Algorithmus auch Sätze in den verschiedensten Arten wiedergeben und sogar mit diversen Emotionen unterstreichen. Auf der Webseite des Start-Ups kann man bereits Unterhaltungen zwischen Barack Obama, Hillary Clinton und Donald Trump belauschen. "Lyrebird" sieht in der Zukunft einige praktische Anwendungsbereiche für die Technologie. Neben persönlichen Assistenten, wie Siri, könnte "Lyrebird" auch Hörbücher in den Stimmen berühmter Persönlichkeiten vorlesen. Darüber hinaus könnte die besagte Künstliche Intelligenz auch dafür verwendet werden, Leuten mit sprachlicher Behinderung eine richtige, authentische Stimme zu geben. So unfassbar cool das alles klingen mag - die Technologie hat leider auch ihre Schattenseiten.

Die Stimme als Beweismittel
Die Macht dieser Künstlichen Intelligenz kann leider schnell für unlautere Zwecke missbraucht werden. Da Stimmmuster relativ einzigartig sind, gelten sie in unserer Welt als weit verbreitetes Authentifizierungsmittel. Sehr häufig dienen sie auch als Beweismittel in Rechtsfällen. Mit der Möglichkeit Stimmen perfekt nachzuahmen, könnten demnach Beweisstücke weitreichend manipuliert oder Sicherheitsvorkehrungen umgangen werden. "Lyrebird" will deshalb die Technologie für jeden zugänglich machen, um Konsumenten die Augen zu öffen. Denn Audio-Aufnahmen könnten schon bald kein verlässliches Beweismaterial mehr darstellen - genau darau will das Start-Up die Menschheit aufmerksam machen. Noch befindet sich "Lyrebird" allerdings nur in der Beta-Phase. Bis die Technologie uns alle also perfekt imitieren kann, wird es noch eine Weile dauern.