Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Geklaute Zehn-Pfund-Note an Besitzer übergeben

Verlorene Brieftasche: "Diebe" überreichen nach 14 Jahren den entwendeten Inhalt

2003 verlor Timothy Burrows seine Brieftasche auf dem britischen "Reading Festival". Jetzt, 14 Jahre später, erhält er eine verrückte Facebook-Nachricht des damaligen Finders und erfährt, dass sein Name Teil einer Trinkspiel-Legende wurde.

Reading Festival

Alle Jahre wieder: Spätestens das Coachella-Festival, welches die letzten beiden Wochenenden im kalifornischen Indio abgehalten wurde, läutete die Festival-Saison 2017 offiziell ein. Hunderttausende feierwütige Menschen tummeln sich von nun an Wochenende für Wochenende auf den Partygeländen dieser Welt und zelebrieren mit Freunden zu guter Musik das Leben. Nun wird jeder, der bereits das ein oder andere Festival besucht hat, bestätigen können, dass man in der feierlichen Ekstase durchaus mal den Überblick verlieren kann - vor allem über sein Hab und Gut.

Davon kann auch Timothy Burrows ein Liedchen singen. Im August 2003 besuchte der Brite das weltberühmte englische "Reading Festival", bei dem einige der größten Künstler des Planeten eine Woche lang die Bühne vor tausenden Besuchern rocken. Inmitten der Feier verlor der damals 19-Jährige sein Portemonnaie. Glücklicherweise wurde besagte Brieftasche jedoch im Fundbüro auf dem Festivalgelände abgegeben. Bis auf ein Zehn-Pfund-Schein war diese vollständig - für Timothy war die Sache damit erledigt. Bis jetzt! Denn per Facebook erreichte ihn nun eine unerwartete Nachricht eines Mannes namens "Giles", der vorgibt, seine Brieftasche vor fast 15 Jahren gefunden zu haben.
 

Die "Timothy Burrows Challenge"

In der verrückten Nachricht gab Giles an, im Jahr 2003 die Geldbörse des Briten entdeckt zu haben. Er und seine Freunde sollen das Portemonnaie abgegeben haben, nachdem sie zehn Pfund entwendet haben. Die besagte Banknote, die heute etwa zwölf Euro Wert ist, wurde daraufhin in "so viel Alkohol wie möglich" umgemünzt. Giles habe seitdem nach Timothy gesucht, denn durch seinen Geldschein entstand eine jährliche Trinkspiel-Tradition, welche die Gruppe sogar auf seinen Namen taufte: Die "Timothy Burrows Challenge". Giles bot außerdem an, seine alten Schulden zu begleichen und die zehn Pfund an seinen rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. 

Burrows, der heute als Redakteur für die britische Zeitung "The Guardian" tätig ist, veröffentlichte die unerwartete Nachricht auf Twitter. Wie er in seiner Geschichte im "Guardian" erzählte, erhoffte sich der Redakteur dadurch lediglich ein paar Lacher seiner Freunde. Womit er wohl nicht rechnete: Innerhalb nur weniger Tage wurde besagter Tweet tausende Male retweeted. Bis heute wurde Burrows' Story sogar ganze 17.000 Mal geteilt. In weiteren Tweets verriet er, dass Giles ihm auch die Regeln der "Timothy Burrows Challenge", bei der drei Teams bestehend aus fünf Leuten jeweils drei Liter an Apfelwein um die Wette trinken müssen, erklärt hat.

Die Geldübergabe
Und tatsächlich: Wenige Tage nach seinem ersten Tweet teilte Burrows ein Foto, das ihn und die Diebe bei der Übergabe eines Zehn-Pfund-Scheines zeigt. "Letzte Nacht traf ich die Crew der 'Timothy Burrows Challenge' und bekam mein Geld zurück [...]", schrieb der Brite dazu auf Twitter. Die Bezeichnung "get Burrowsed" wurde in der Gruppe übrigens zum Synonym für "sich betrinken".
 

Eine ziemlich kuriose Geschichte, die uns mit einem Schmunzeln zurücklässt und wieder einmal beweist, dass es nie zu spät ist, für seine Fehler geradezustehen - auch wenn sie noch so unwichtig erscheinen!