Zweiwöchige Musiksperre
In der Vergangenheit bot Spotify als einziger der Musik-Anbieter seinen 100 Millionen Nutzern die besondere Möglichkeit, neue Alben sofort kostenlos anzuhören. Es gab bisher nur einen kleinen Nachteil: Hörer ohne die kostenpflichtige Premium-Version konnten sich die Reihenfolge der Lieder nicht aussuchen. Doch damit ist nun Schluss. Denn von nun an müssen Nicht-Abonennten in die Tasche greifen, wenn sie neue Alben direkt am Tag der Erscheinung anhören wollen. Die Plattenfirmen machen dem Streaming-Konzern schon seit geraumer Zeit Druck und fordern neue Alben nur den Premium-Nutzern zugänglich zu machen. Nun hat der Streaming-Anbieter sich für genau diesen Deal mit "Universal Music" ausgesprochen. Alle Alben, die die Künstler in Zusammenarbeit mit dem Plattenlabel herausbringen, verschwinden für Spotify-Nutzer hinter einer 14-tägigen Paywall. Premium-User, die monatlich 9,99 Euro für die Nutzung des Portals bezahlen, sind von dieser Sperre nicht betroffen. Sicherlich wird es daher bald einen Zuwachs an neuen Premium-Mitgliedern geben. Single-Auskopplungen sind von der Veränderung nicht betroffen und können weiterhin nach Belieben angehört werden.
Taylor Swift kehrt Spotify den Rücken
Der Neuregelung ging ein jahrelanger Streit zwischen Spotify und den kooperierenden Musiklabels voraus. Da der Streamingdienst sich bislang gegen die Kostenerhebung weigerte, lösten auch einige Künstler die Zusammenarbeit und ließen ihre Songs nur noch von der Konkurrenz spielen. Ein prominentes Beispiel ist Taylor Swift, die Spotify entgegnete: "Meine Meinung ist, dass Musik nicht kostenfrei sein sollte". Kurz vor ihrem Wechsel zu "Apple Music" erklärte Taylor: "Die Musikindustrie verändert sich so schnell, sodass sich alles Neue – wie etwa Spotify – wie ein großes Experiment anfühlt. Und ich möchte mein Lebenswerk nicht für ein Experiment zur Verfügung stellen". Deutliche Worte! Eine Rückkehr von Taylor Swift und weiterer Künstler zu Spotify scheint dennoch unwahrscheinlich.