Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Niemand sollte diskriminiert werden

Sieg vor Gericht: 30-jähriger Autist wollte nicht mehr beleidigt werden, bildete sich selbst weiter und klagte den Mobber an

Ketan Aggarwal wurde häufiger vor gesammelter Mannschaft als “dumm” bezeichnet, und beschwerte sich. Als dies nichts brachte, nahm er die Sache selbst in die Hand und zog vor Gericht.

Niemand sollte diskriminiert werden

Ja, Menschen sind oberflächlich und ja, es gibt Personen, die sich hinter dem Rücken anderer über sogenannte "Freunde" amüsieren. Ob man ein bisschen dicker oder vielleicht nicht gut im Rechnen ist, ob man eine Brille tragen muss oder der langsamste Läufer in der Klasse ist, Kinder können gemein sein und einem die Freude am Leben vermiesen.

Doch nicht nur Kids und Jugendliche können andere mobben, auch im Erwachsenenalter schrecken manche nicht davor zurück, andere Leute fertig zu machen. Ketan Aggarwal wurde zum Beispiel in der Vergangenheit von einem Trainer im Fitnessstudio immer wieder schikaniert und vor gesammelter Mannschaft fertig gemacht. Als sich der 30-jährige Autist bei den Leitern der Trainingsstätte beschwert hatte, wurde er nicht für Voll genommen, man hakte nicht einmal nach.

Ketan hingegen wollte sich nicht weiter diskriminieren lassen und nahm die Angelegenheit selbst in die Hand: Ganze zwei Jahre hat es gedauert, bis sich der 30-jährige Autist mittels Recherche in Onlinearchiven und Bibliotheken auf den juristischen Stand gebracht hatte und sich selbst vor Gericht vertreten konnte. Also klagte er den Trainer an und siehe da? Ketan Aggarwal gewann den Prozess.

Stolze 1600 Euro konnte er erstreiten. Auch wurde der Coach vom Unternehmen gekündigt und “Virgin Active” hat sich schriftlich bei ihm entschuldigt:

Der Autist selbst gestand im Anschluss folgendes: “Wenn jemand eine andere Person mit einer mentalen Behinderung diskriminiert, rechnet er nicht damit, dass diese Person einen Klageanspruch gegen ihn erheben wird. […] Es hat sich so gut angefühlt, zu gewinnen!”