Am Morgen des ersten Novembers 2016 war Hanna auf dem Weg zur Schule, nachdem sie im Zuge einer Halloween-Party bei einer Freundin übernachtet hatte. Plötzlich verlor die 17-Jährige die Kontrolle über ihr Fahrzeug und kam von der Fahrbahn ab. Ihr Volvo krachte in das Ende einer Leitplanke, welche den Aufprall eigentlich hätte dämpfen sollen. Die Vorrichtung verletzte die junge Frau allerdings so schwer, dass sie sofort tot war. Nur vier Monate nachdem die Eltern ihre Tochter verloren hatten, erhielt die Familie einen Brief, der an Hanna adressiert war. Darin enthalten war eine Forderung der Verkehrsbehörde Tennesse. Diese verlangt nun von den Eltern für die Kosten der Leitplanke aufzukommen.
Eine unverschämte Forderung
Der trauernde Vater Steve Eimers konnte es nicht fassen, als er die Rechnung für die Inspektion und Reparatur der Leitplanke in Höhe von umgerechnet 2.800 Euro in den Händen hielt. "Es ist obszön. Sie töten dich, dann sollst du dafür bezahlen. Die Rechnung war absolut geschmacklos … Das ist fast lächerlich. Es ist wie der unflätigste Comedy-Spott, den man sich ausdenken kann", äußerte Steve gegenüber der "Washington Post". Das Leitplanken-System wurde aufgrund seiner nicht ausreichend vorhandenen Sicherheit wenige Tage vor Hannas Tod aus der Liste der genehmigten Vorrichtungen genommen. Eine weniger fehlerhafte Konstruktion hätte den tödlichen Ausgang womöglich verhindert. Steve, der selbst Rettungssanitäter ist, setzte sich sofort zur Wehr und machte die Behörden auf die Ungerechtigkeit der Forderung aufmerksam. Diese würden Russisch Roulette mit dem Leben der Verkehrsteilnehmer spielen, so Steve.