Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
Die Nachricht stellte sich glücklicherweise als Fake heraus

Schock-Nachricht breitete sich aus: Suizid-Post sorgte für Angst in Sozialen Netzwerken

Nach mehreren facebook-Posts, in welchen ein Selbstmord angekündigt wurde, geben die Ermittler nun Entwarnung: Alles war frei erfunden.

Ahnungsloser wurde als Köder missbraucht 
Ein unbekannter facebook-User drohte vor wenigen Stunden öffentlich damit, sich in die Luft sprengen zu wollen. Unter Verwendung des Namens einer realen Person aus Osnabrück hatte der Unbekannte eine Nachricht in dem sozialen Netzwerk verschickt und die Suizid-Androhung zudem als Kommentar auf mehreren Nachrichtenseiten wie “ZDF heute“ und “Stern TV“ veröffentlicht. Nun stellte sich heraus: Alles Fake. Einsatzbeamte ermittelten den Wohnsitz, den der mysteriöse Nutzer angegeben hatte, und stellten fest, dass der dort lebende Mann nichts von dem Post wusste. In der im Netz veröffentlichten Mitteilung stand unter anderem, dass die Person vorhabe, sich in einem Keller in Osnabrück in die Luft zu sprengen. Als Grund wurden verschiedene private Probleme genannt. Ob die Mitteilung über die eigene Facebook-Seite des unbekannten Users oder durch Hacker einer fremden Seite eingestellt wurde, ist noch unklar.
 

Drei Jahre Gefängnisstrafe

Bei der Polizei waren in der Nacht nach Absetzen der Falschmeldung unzählige Hinweise aus dem Bundesgebiet eingegangen, die von anderen Nutzern des sozialen Netzwerks stammten. Nähere Angaben konnten die Beamten bisher nicht machen, da die Ermittlungen zu dem Fall laufen. Dem Unbekannten drohen neben Schadensersatzansprüchen auch Strafen wegen Vortäuschens einer Straftat und Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten. Demnach können dem Trittbrettfahrer bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe drohen.

Selbstmorddrohungen sind ernst zu nehmen
Dass Ankündigungen von Selbstmord über soziale Netzwerke allerdings nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen, hat facebook längst erkannt. So gab es bereits einige Fälle, die teilweise letztlich in die traurige Tat umgesetzt wurden. Erst im Januar diesen Jahres hatte eine 14-Jährige aus Miami ihrem Leben ein Ende gesetzt und die Umsetzung per Live-Stream dokumentiert. Seit März 2017 setzt das soziale Netzwerk von Zuckerberg auf die Unterstützung künstlicher Intelligenz: Eine Software soll Selbstmord-Anzeichen in Postings und Videos erkennen und dadurch Suizide verhindern. Der Algorithmus durchforstet alle facebook-Mitteilungen auf der Suche nach entsprechenden Begriffen, die die Vermutung eines geplanten Selbstmord nahelegen. Die Funktion ist jedoch bisher nur in den USA im Einsatz.