Wir sind nicht ganz Herr über uns selbst, wenn wir ständig auf das Handy gucken, um eventuelle Neuigkeiten zu sehen. Was hier vor sich geht, ist ein psychologischer Selbstläufer. Ja, es ist eine Sucht und ja, es gibt einen Ausweg!
 
 

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Die Handysucht
Wir fordern dich heraus: Schaue eine Stunde lang nicht auf dein Handy, selbst wenn es klingelt! Sind das etwa Schweißperlen auf deiner Stirn? Keine Angst, damit bist du nicht alleine. Tatsächlich gibt es eine psychologische Erklärung dafür, dass wir alle den zwanghaften Drang verspüren, unser Telefon zu checken.

Dopamin übermittelt Signale an das Gehirn, die uns ein gutes Gefühl geben. Das passiert auch, wenn wir uns ein Eis kaufen oder unsere Lieblingslied anhören.

 

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Die Dopamin-Schleife
Sharon Begley, Autorin des Buches "Can't just stop: An Investigation of Compulsions" (deutsch: "Kann nicht einfach aufhören: Eine Untersuchung von Zwängen"), denkt, wir bekommen die selben Impulse auch, wenn wir unser Handy checken.

Hierbei geht es allerdings nicht um die tatsächlichen Nachrichten, die wir bekommen, oder die Likes auf Facebook, sondern rein um unsere Erwartungen. Begley schrieb: "Was sich in den letzten paar Jahren herausgestellt hat, ist, dass die Dopamin-Schaltung tatsächlich vorhersagt, ob man etwas mögen und wie viel Genuss es einem bescheren wird. Dann berechnet sie, wie sehr die Realität der Vorhersage entspricht oder ob nicht an sie herankommt."

 

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"Die aufkommende Idee scheint zu sein, dass wir einen Dopamin-Sturz spüren, wenn die Realität den Erwartungen nicht entspricht. Das fühlt sich schlecht an, daher versuchen wir weiter, etwas zu tun, das die Realität unseren Erwartungen gerecht werden lässt. Das stimmt für mich mit Zwängen überein, denn diese Dinge, die wir tun, sind wirklich nicht so vergnüglich. Vielmehr ist es der Kreislauf von Dopamin-Tankung, Freude und Belohnung, der uns ein schlechtes Gefühl gibt."

Wenn wir unser Telefon checken, sind wir also insgeheim darauf aus, etwas zu sehen, das uns einen Boost an Freude gibt. "Eines Tages wird es sich gut anfühlen", denken wir laut Begley, und wenn das nicht eintrifft, finden wir uns in einer endlosen Dopamin-Schleife.

 

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Selbstdisziplin und Gewohnheit
Es gibt jedoch einen Weg, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Die Autorin empfiehlt, sich selbst einfach die Frage zu stellen: "Wie schlimm würde es sich anfühlen, wenn ich all die Texte oder E-Mails erst in einer Stunde oder zwei Stunden oder erst am Ende des Tages anschauen würde?"

Der Schlüssel ist, sich langsam daran zu gewöhnen. Erstmal also mit einer Stunde anzufangen und dann jeden Morgen nicht aufs Handy schauen, bis es schließlich zur Gewohnheit geworden ist.