Wegen eines Tweets, der an einen Schüler gerichtet war, wurde Katie Nash fristlos gekündigt. Warum das Internet tobt ...

Twitteraccount der Schule
Katie Nash war Lehrerin und Social-Media-Beauftragte der Frederick County Public School in Washington D.C. und kümmerte sich neben dem Unterricht auch um den Twitter-Account der Schule. Dieser informiert Schüler und Eltern über Aktivitäten und Aktionstage und dient als Anlaufstelle für offene Fragen. Eine solche - wenn auch etwas ironische - Frage hatte auch Nathan! Er schrieb: "@FCPSMaryland close school tammarow PLEASE". Heißt so viel wie: "@FCPSMaryland schließt morgen BITTE die Schule". Den Englisch-Füchsen unter euch ist in Nathans Tweet höchstwahrscheinlich gleich ein ziemlich brutaler Rechtschreibfehler ins Auge gefallen. Denn das Wort "tammarow" ist schlichtweg falsch geschrieben. Katie, zu dieser Zeit bei der Arbeit, antwortete prompt auf den Tweet des Jungen. "But then how would you learn how to spell 'tomorrow'?" schrieb sie und fragte Nathan wie er denn sonst lernen wolle, wie man 'tomorrow' richtig buchstabiert. Den Tweet ergänzte sie durch einen Smiley - ihren Job verlor Katie jedoch trotzdem.

Falsche Reaktion
Der Tweet der Lehrerin geht viral. Tausende Male wird er retweeted und gelikt. Die Frederick County Public School steht, gewollt oder ungewollt, im Rampenlicht. Doch dann trifft die Schulleitung, womöglich aus Angst vor einem Imageschaden, eine Folgenschwere Entscheidung. Katie Nash wurde fristlos entlassen und das weil sie einen ihrer Schüler in einem Tweet auf einen Rechtschreibfehler hinwies. Nicht der beste Schachzug! Denn seither gerät die Bildungseinrichtung online und in den sozialen Medien ernsthaft in Kritik. Mit den Hashtags #katiefromFCPS und #freekatie machen sich zahlreiche Twitter-User für die nun arbeitslose Lehrerin stark und fordern ihre Wiedereinstellung. Die Schule scheint ihren Kurs jedoch halten zu wollen und lenkte bislang nicht ein.

Katie bleibt ruhig
Katie Nash hegt laut eigener Aussage keinen Groll gegen ihren alten Arbeitgeber. Sie erwähnt zwar, dass es schön gewesen wäre konstruktive Kritik und ein Beratungsgespräch anstatt der Kündigung zu erhalten, wünschte den Schülern aber das Beste und ermutigte sie nichts zu bereuen! Auch keinen Tweet.

CarlyCrunkBear und Justine Sacco
Während Katie an ihrer Kündigung wenig Schuld trägt, stellt sich heraus, dass es nicht ganz ungefährlich für Arbeitnehmer ist, einen Twitter-Account zu nutzen. So postete in der Vergangenheit bereits eine Mathelehrerin, unter dem Namen CarlyCrunkBear auf Twitter zu finden, ein Bild, welches sie leicht bekleidet und rauchend zeigte. Der Untertitel hatte es übrigens auch in sich - "Nackt. Feucht. Stoned". Bei den Schülern der Oberstufe kam dieses Foto sicherlich gut an. Deren Eltern hatten jedoch berechtigterweise starke bedenken. Und dann wäre da noch Justine Sacco 2013, die ebenfalls aufgrund eines Tweets gefeuert wurde. "Gehe nach Afrika. Hoffe ich bekomme kein AIDS! Mache nur Spaß. Ich bin weiß!" twitterte sie – und obwohl Justine vermutlich nur witzig sein wollte, wurde sie gefeuert! Witzig war diese Aussage nämlich ganz und gar nicht!