Vor 33 Jahren geschah in Taiwans zweitgrößter Kohlemine ein Unglück, welches fast 100 Menschen mit in den Tod riss.
 

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Einziger Überlebender, von 李潔 / YouTube

38 Grad heißen Hölle
Am 20. Juni 1984 gingen knapp Bergleute wie gewohnt zur Arbeit. In Taiwans zweitgrößter Mine war man wie immer dabei, Kohle abzubauen, als es plötzlich zu einer verheerenden Explosion gekommen war, welche 94 Leuten das Leben gekostet hatte.

Es war der schlimmste Minenunfall Taiwans, welchen nur eine einzige Person überlebt hatte: Zhou Zonglu.

“Niemand weiß, wie es zu der Explosion kam. Zu jenem Zeitpunkt arbeiteten nicht alle Bergarbeiter unter der Erde. Daher kamen die anderen herunter und versuchten, nach der Explosion zu helfen. Doch am Ende waren alle tot. Einige sagen, es sei eine Geisterjagd gewesen, andere glauben, es habe sich um eine Rache der Natur gehandelt”, gestand Zonglu wenige Monate nach dem Unglück.

Der Überlebende selbst hatte sich zu Lebzeiten immer ungern an die Explosion und die darauffolgenden 96 Stunden erinnert. In mehreren Interviews gab er bekannt, dass es “einfach nur dunkel” in der Kohlemine war, er seine Maske mit Urin tränken musste, damit er das tödliche Kohlenmonoxid nicht einatmen musste und später selbst seinen Urin trank, um nicht zu verdursten.

Nach zwei Tagen in der 38 Grad heißen Hölle, so erinnerte er sich damals zurück, war sein Hunger so stark, dass er anfing, den Körper seines toten Mitarbeiters erst aufzuschneiden und dann zu essen ...

Als der Bergarbeiter endlich geborgen wurde und diese Story an die Öffentlichkeit gelangte, wurde Zonglu verachtet. Es war ein riesiger Skandal. “Doch was hätte ich tun sollen?”, fragte der Überlebende und gestand, dass er alles wieder machen würde, wäre er in exakt dieser Situation.

“Ich habe überlebt. In gewisser Weise konnten die anderen 94 Leben durch mich weitergeführt werden.”

Das Leben nach dem Minenunglück
Mit der Zeit absolvierte Zhou Zonglu ein Priesterseminar und wurde sehr religiös. Er verkündete das Wort Gottes, leitete die Gemeinde der Gläubigen und spendete Sakramente in Taiwan.

Im vergangenen Jahr schlief er, ohne sich selbst Vorwürfe zu machen, im Kreise seiner Familie ein. Zhou Zonglu wurde 86 Jahre alt.