Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Ausgebrannt. Überarbeitet. Burn-Out.

Erschreckend: Schulkinder arbeiten häufig mehr als ihre Eltern

Eine britische Studie beweist, dass Schulkinder im Durchschnitt achteinhalb Stunden länger „arbeiten“ als ihre Eltern. Was dieses Pensum anrichten kann und wie viel Deutsche Schüler arbeiten müssen, erfahrt Ihr hier.

Hart arbeitende Jugend

Durchschnittlich 46 Stunden pro Woche! Das ist die Zahl, die alle schockiert - denn sie gibt nicht an, wie viel Top-Manager arbeiten, sondern wie lange Schulkinder ihren Pflichten nachkommen müssen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Arbeitsaufwand eines Erwachsenen liegt bei 37,5 Stunden pro Woche. 46 Stunden sitzen Schulkinder laut einer nun veröffentlichten britischen Studie also an ihren Schreibtischen, im Nachhilfeunterricht und auf der Schulbank. Jedoch wurden auch außerschulische Aktivitäten der Kinder berücksichtigt: So zählen auch die wöchentlichen Sportstunden im Verein oder der Klavierunterricht zu dem Arbeitspensum der Kleinen. Damit reißen Kleinkinder in frühen Jahren bereits mehr Stunden ab, als ihre arbeitenden Eltern. 

Gefährliche Überarbeitung 
„Es sind vor allem die Ruhephasen, also die Zeit in der nicht so viel passiert und sich ein Kind selbst unterhalten muss, in denen es am besten lernt.“, so der britische Kinderpsychologe Dr. Sam Wass. Und trotzdem scheinen Pädagogen über 30 Schulstunden wöchentlich für nötig zu halten. Pausen und nachmittägliche Zeit für Hausaufgaben ist hier noch nicht einmal mit eingerechnet. Am Ende der Woche hat ein durchschnittlicher britischer Schüler über 40 Stunden auf dem Buckel. Kein Wunder , dass kaum ein Kind Lust hat, die Schule zu besuchen.
 

Bis zu 55 Stunden pro Woche

Wenn ihr jetzt denkt, dass das in Deutschland ganz anders und kinderfreundlicher ist als auf der Insel, dann liegt ihr falsch. Durch die G8-Reform ist die wöchentliche Schulzeit eines deutschen Gymnasiasten von 29 auf 33 Stunden pro Woche angestiegen. Schlimmer noch: In bayerischen Gymnasien ist es laut einer Elternbefragung keine Seltenheit, dass Schüler der Oberstufe 55 Stunden in der Woche für die Schule arbeiten. Diese Zahl umfasst den Unterricht, die Hausaufgaben und das Lernen. Der G8-Kritikerin Birgitta vom Lehn zufolge, hat das System kaum Vorteile. Dementsprechend gering ist die Zahl der Befürworter des Schnelldurchlaufs des Gymnasiums – Deutschlandweit sind das nur etwa zwölf Prozent.
 

Oasen der Ruhe

Wer vermeiden möchte, das seine Kinder aufgrund des enormen Arbeitsaufwands ausgebrannt sind und Burn-Out-Ähnliche Symptome entwickeln, der sollte seinen Kleinen dringend Ruhepausen gönnen. Studien belegen, dass Kinder davon profitieren, wenn ihre wenige freie Zeit nicht verplant ist. Also: Lasst Eure Kinder so lange Kinder sein, wie es nur geht!