Eines garantiert der Name Money Boy allemal: Stumpfsinnige Texte und ein Möchtegern Gangster-Rapper-Image. Zu oft bewies Sebastian Meisinger, wie der gebürtige Wiener heißt, dass zwischen ihm als Privatperson und seinem Alter Ego Money Boy, aka YSL Know Plug, aka Why SL Beezy, Welten liegen. Hat die Privatperson Sebastian zum Beispiel eine Diplomarbeit zum Thema "Gangsta-Rap in Deutschland. Die Rezeption aggressiver und sexistischer Songtexte und deren Effekte auf jugendliche Hörer" an der Universität Wien veröffentlicht, glänzt sein Alter Ego "Money Boy" nur mit Prollo-Auftritten und aggressiven-sexistischen Songtexten. Wo vor wenigen Jahren, zum erstmaligen Erscheinen Money Boys auf der Mattscheibe, Gerüchte die Runde machten, der 35-Jährige mit dem Magister in Publizistik und Kommunikationswissenschaft nutze seine Rolle, um die Thesen seiner Diplomarbeit zu stützen und am eigenen Leib zu belegen, so wundert es heute nur noch, dass er auch acht Jahre nach Abgabe ebendieser Arbeit an seinem trashigen zweiten "Ich" fest hält.
Ob Titel wie "Dreh den Swag auf", "Ich bin der Chicken Man", "Swaghetti Yolonese" oder "Money, Girls and Fame" - Money Boy enttäuschte eingefleischte Fans niemals und lieferte immer Rhymes, die für Gesprächsstoff sorgten. Und obwohl es - gefühlt - längere Zeit still um Sebastian und den Boy in ihm war, tüftelte der Liebhaber teurer Designer-Klamotten und fetter Goldkettchen, im Geheimen an neuen Mega-Hits. Herauskam: "Hoe Hoe Hoe" - eine Hymne an die Weihnachtszeit. Oder so ähnlich. Denn in gewohnter Money-Boy-Manier dreht der 35-Jährige auch in diesem besinnlichen Werk den Swag auf und beichtet allen Zuhörern zu Weihnachten seine Sünden.
Wer nun Neugierig geworden ist und den Track hören will - bitteschön! Wir versuchen derweil Meisingers Diplomarbeit einzusehen und "Hoe Hoe Hoe" anhand der darin aufgestellten Thesen zu analysieren.