Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Think before You Post

Post einer Studentin kostet den Vater 76.000 Euro

"Was gebe ich preis?" - diese Frage sollten sich einige Social-Media-Nutzer vor dem Absetzen ihrer Postings stellen. Dana Snay hingegen hätte sie wörtlich nehmen sollen: Denn ein von ihr veröffentlichter Post kostet ihren Vater nun 76.000 Euro ...

Angeber mag eigentlich keiner. Vor allem dann, wenn sie einem täglich und fast unvermeidlich über Social-Media-Kanäle unter die Nase reiben, welches It-Piece künftig ihren Kleiderschrank wärmt, welchen Trip sie schon wieder antreten oder wie toll doch ihr Job ist. Doch, diese Angeberin hat nicht nur sich lächerlich gemacht, sondern mit ihrem Post gleichzeitig ihren Vater zur Kasse gebeten - und zwar ordentlich. 

Gerichtsvergleich

Eigentlich beginnt die Geschichte von Dana Snay, beziehungsweise ihrem Vater Patrick Snay, mit einer Hommage an die Gerechtigkeit: Danas Vater ist seit Jahrzehnten als Rektor der Gulliver Preparatory School in Miami beschäftigt. Als diese 2010 jedoch seinen Vertrag nicht verlängert, findet sich Patrick Snay mit 69 auf dem Arbeitsamt wider. Eigentlich schon im Rentenalter, ist es für Snay unmöglich, eine neue Anstellung zu finden. Aufgrund dessen entscheidet sich der Ex-Rektor, die Schule wegen Altersdiskriminierung zu verklagen. In einem Vergleich werden ihm dann umgerechnet 76.000 Euro zugesprochen. Ende gut alles gut? Von wegen! Patrick Snay hat die Rechnung nämlich ohne seine Tochter Dana gemacht, die früher auch Schülerin auf der Gulliver Preparatory School war.

Ein Posting mit Folgen

Diese ist über den Ausgang des Verfahrens so erfreut, dass sie sich sofort auf Facebook einloggt, um die gute Nachricht mit ihren 1.200 imaginären Freunden, unter denen auch viele ehemalige Schüler besagter Schule sind, zu teilen. Freudig verkündet sie, dass ihrem Vater Gerechtigkeit wiederfahren sei und ihre ehemalige Schule und zugleich der Ex-Arbeitgeber ihres Vaters, für ihre Sommerreise nach Europa zahlen wird. 

Verschwiegenheitserklärung 

Was die Collegestudentin bis dato nicht wusste, aber vielleicht hätte wissen sollen: Dem Vergleich hing eine Verschwiegenheitsklausel an. Dank Danas angeberischem Post wurden die Anwälte der Gulliver Preparatory School in Miami schnell auf den begangenen Vertragsbruch aufmerksam - und forderten die 76.000 Euro umgehend von Patrick Snay zurück. Linda Ann Wells, Richterin des Third District Court of Appeals, verkündet in der Urteilsverlesung, dass der Familienvater und ehemalige Rektor Snay, genau das tat, was er durch den Vertrag versprach nicht zu tun: Sich in der Öffentlichkeit über den Vergleich zu äußern. Dass eigentlich seine Tochter die unwissende und schuldige war, spielte für die Richterin keine Rolle. Richterin Wells befand Patrick Snay für schuldig.

Wie Ex-Rektor Snay das Verhalten seiner Tochter findet, ist unklar. Eins dürfte jedoch sicher sein: Für Danas Reise nach Europa muss sie nun wohl selbst aufkommen ...