Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Erfolgreiche Trennung nach 27-stündigem OP-Marathon

Siamesische Zwillinge sehen sich nach 13 Monaten zum ersten Mal ins Gesicht

Jadon und Anias sind siamesische Zwillinge, an der Schädeldecke zusammengewachsen und nicht in der Lage einander zu sehen. Nach 13 Monaten der Planung wagte ein Ärzteteam nun die riskante Operation und ermöglichte den Kindern so, sich zum allerersten Mal gegenseitig ins Gesicht blicken zu können.

Jadon und Anias sind siamesische Zwillinge, an der Schädeldecke zusammengewachsen und nicht in der Lage einander zu sehen. Nach 13 Monaten der Planung wagte ein Ärzteteam nun die riskante Operation und ermöglichte den Kindern so, sich zum allerersten Mal gegenseitig ins Gesicht blicken zu können.

Entstehung von siamesischen Zwillingen

Jadon und Anias McDonald, eigentlich eineiige Zwillinge, wuchsen im Leib ihrer Mutter, innerhalb der ersten 13 Tage nach der Eizellen-Befruchtung, am Kopf zusammen. Etwa eines von 300 eineiigen Zwillingspaaren ist im Mutterleib verbunden - diese Fehlbildung bei Zwillingspaaren wird als "siamesischer Zwilling" betitelt. Der Namensursprung dieser Fehlbildung entspringt den ersten, bekannten siamesischen Zwillingen weltweit: Chang und Eng Bunker, die 1811 in Siam, dem heutigen Thailand, geboren wurden. Obwohl eine Trennung Eng und Changs möglich gewesen wäre, da sich die beiden Männer keine lebenswichtigen Organe teilten, blieben sie bis zu ihrem gemeinsamen Tod am 17. Januar 1874 verbunden.

One In A Million 
Die meisten siamesischen Zwillingspärchen sterben bereits vor der Geburt, sodass etwa ein Millionen „normale“ Geburten auf die eines siamesischen Zwillingspaares kommen. Wahrscheinlich nannten die Ärzte im Montfire Hospital in der New Yorker Bronx Jadon und Anias McDonald deshalb „One In A Million“ – zu Deutsch: Einer von einer Millionen. 

Zwei von 30
Welche Sorgen, Christian und Nicole McDonald, seit der Nachricht der Fehlbildung ihrer Söhne, ausgestanden haben müssen, ist nur schwer vorstellbar. Und diese Sorgen waren nicht unberechtigt: Nur 30 Kinder haben eine vergleichbare Operation bisher überlebt, zudem trugen 17 der 30 Kinder, bleibende Schäden davon. Auch bei Jadon und Anias war nicht klar wie ihre Operation ausgehen würde. Während des 27-stündigen Eingriffs stellten die Ärzte fest, dass die beiden Brüder doch mehr Blutgefäße teilten, als bis dato vermutet wurde. Diese Komplikation kann bei der Trennung von Zwillingen mit Doppelfehlbildung, so der Fachjargon, zu ernsthaften Problemen führen. Die Bedingungen für eine erfolgreiche Separierung sind vor allem, dass diese sich keine lebenswichtigen Organe oder Blutbahnen teilen und Stoffwechsel und Atmung nicht zu eng miteinander verflochten sind.

Erfolgreiche Operation

Jadon und Anias Operation verlief glücklicherweise, bis auf einige Zittermomente, reibungslos. Der Moment, in dem sich die beiden Brüder zum allerersten Mal in die Augen blicken konnten und sich verblüfft anstarrten, wurde von gerührten Verwandten festgehalten und gepostet. Das Bild der gut ein Jahr alten, „wiedergeborenen“ Brüder, ging um die Welt und rührte zu Tränen.

Rehabilitation und Weltrekord
Den beiden geht es mittlerweile den Umständen entsprechend gut: Jadon ist sehr bewegungsfreudig und will alles entdecken. Anias, der schon vor dem Eingriff der Schwächere von beiden war, wird sich laut der behandelnden Ärzte vollständig erholen. Demnächst werden Jadon und Anias in ein Reha-Klinikum verlegt. Die Wunder-Knaben gelten als die sich am schnellsten, von einer Trennung am Kopf, erholenden siamesischen Zwillinge der Welt.

Mit Hoffnung in die Zukunft

Die Eltern der kleinen Kämpfer, Christian und Nicole, sind unglaublich glücklich, dankbar und erleichtert, ihre beiden Söhne gesund und munter zu sehen und freuen sich darauf, was die Zukunft bringt. „Sie wird voll von ersten Malen sein“, sagen sie gegenüber CNN. „Sie werden irgendwann heiraten“, lacht Nicole, die es selbst noch nicht so richtig glauben mag, dass alles gut gegangen ist und ihre Söhne ein hoffentlich ganz normales Leben vor sich haben.