Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Eine Studie deckt auf

Ohrwurm: Darum bekommen wir manche Lieder nicht mehr aus unserem Kopf

Jeder kennt es: Einen neuen Song gehört und ihn danach tagelang nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Wir erklären Euch, woran das liegt!

Interessante Studie

Einmal aufgeschnappt und nie wieder vergessen: Der Ohrwurm. Wer ihn einmal hat, wird ihn nur schwer wieder los. Besonders nervig gestaltet sich das ganze, wenn man den Song eigentlich überhaupt nicht ausstehen kann. "Involuntary Musical Imagery" - so nennt sich das englische Fachwort, was ungefähr so viel bedeutet wie "unfreiwillige musikalische Metaphorik". Eine Studie, durchgeführt von deutschen und britischen Wissenschaftlern, zeigt, welche Gründe es hierfür gibt und ob es spezielle Lieder gibt, die sich eher in unseren Köpfen festsetzen als andere. Dazu wurden 3000 Menschen zwischen 2010 und 2013 nach ihren größten Ohrwürmern befragt. Die 100 Songs, die die Teilnehmer am häufigsten genannt haben, wurden von den Forschern mit Liedern, die die gleichen Charaktereigenschaften haben, verglichen. Beide Liedgruppen wurden in Notenschrift angeschaut und auf 83 Merkmale hin untersucht. Wichtig waren dabei die Tonhöhe, die Schnelligkeit und die Platzierung in den Charts. Auf Platz eins der Studie befindet sich Lady GaGa's "Bad Romance", Platz zwei belegt "Can’t Get You Out Of My Head" von Kylie Minogue und auf Platz drei landete Journey mit "Don’t Stop Believing". Doch warum sind es ausgerechnet diese Songs, die den Menschen nicht mehr aus den Köpfen gehen?

Popularität

Eine Gemeinsamkeit haben die Top drei der Studie definitiv: Sie sind allgemein bekannt. Dadurch, dass man die Songs sehr oft im Radio oder Fernsehen hört, fängt man an, sie sich einzuprägen. Das kann an den unterschiedlichsten Orten geschehen: Im Kaufhaus, in der Bar, im Restaurant, am Bahnhof, im Fahrstuhl. Irgendwie schnappt man dieses eine Lied unterbewusst immer wieder auf und kann irgendwann sogar den Refrain – die perfekte Basis für einen Ohrwurm ist damit geschaffen.

Musikalische Eigenschaft
Der musikalische Charakter eines Songs ist ausschlaggebend für einen Ohrwurm. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Lieder, die einen flotten Beat haben, für die Studienteilnehmer eher einen Ohrwurmfaktor darstellen, als Lieder mit einer langsamen Melodie. Zudem sind auch die Lyrics wichtig, denn einfache Texte prägen sich deutlich schneller ein. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch viele Wort-Wiederholungen von Vorteil sind. Die Melodie von "Smoke on the Water“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Ohrwurm auch dann entsteht, wenn das Lied ungewöhnliche Tonsprünge aufweist. Außerdem hat man herausgefunden, dass eine Melodie mit ansteigender und anschließend fallender Tonhöhe leichter im Gedächtnis bleibt. So zum Beispiel das allseits bekannte Kinderlied "Alle meine Entchen". Ein moderneres Beispiel ist der Hit "Moves Like Jagger" von Maroon 5.

"Millenium Whoop"

Auch das "Millenium Whoop" ist ein modernes Musikphänomen. Es beschreibt eine Ohrwurmmelodie, die zwischen der dritten und fünften Note einer Dur-Tonleiter hin und her wechselt. "California Gurls" von Katy Perry enthält beispielsweise genau diese Melodie. Diese ist dafür verantwortlich, dass der Song im Kopf bleibt. In welchen Musikstücken das sonderbare Phänomen noch auftritt, seht Ihr hier:

The "millennial whoop" is taking over pop music
The "millennial whoop" is taking over pop music

Na, von welchem Song habt Ihr nach dem Clip einen Ohrwurm?