Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
Ein Clip, der unter die Haut geht

In diesem VIdeo verabschiedet sich ein verunfallter Motorradfahrer von seiner Familie

Der 41-jährige Kevin Diepenbrock lag nach einem schweren Motorradunfall hilflos in einer bewaldeten Schlucht. Ohne Hoffnung auf seine Rettung nahm er ein Abschiedsvideo auf – und hatte dann großes Glück.

Motorradfahren ist ein gefährliches Hobby. Im Jahr 2014 starben knapp 600 Biker auf deutschen Straßen. Auch der Amerikaner Kevin Diepenbrock ist leidenschaftlicher Fahrer. Als er am 15. Oktober nach einem Unfall 30 Meter in eine Schlucht stürzte, rechnete er mit seinem sicheren Tod – und nahm ein emotionales Abschiedsvideo auf.

Tragischer Unfall
Das Unglück ereignete sich nahe der Grenze zwischen den Bundesstaaten Tennessee und North Carolina. Kevin Diepenbrock war mit seinem 29-jährigen Freund Phillip Polito unterwegs und beide verloren auf einer verlassenen Straße die Kontrolle über ihre Maschinen. Gemeinsam stürzten sie in eine bewaldete Schlucht. Während sein Freund bei dem tragischen Unfall sofort ums Leben kam, lag Diepenbrock schwer verletzt auf seinem Rücken und hatte große Mühe, bei Bewusstsein zu bleiben. Als nach mehreren Stunden immer noch keine Rettung eingetroffen war, schloss der 41-Jährige mit seinem Leben ab – und begann, ein emotionales Video aufzunehmen.

Emotionales Video

Blutverschmiert und stark geschwächt griff er zu seinem Smartphone und begann, ein Video mit dessen Innenkamera aufzunehmen. Anfangs entschuldigt sich der Verunglückte bei seiner Familie und sagt, er habe "Mist gebaut“. Des Weiteren schilderte er den Unfall. Er habe sich "um ungefähr 10:30 Uhr“ ereignet und seitdem liege er in einer "ungefähr 15 Meter tiefen Schlucht“. Immer wieder unterbricht der Motorradfahrer seine Schilderung mit den Worten "ich liebe euch“ und listet Personen auf, bei denen er sich verabschiedet. Trotz seiner schweren Verletzungen bittet er seine Familie außerdem, sie mögen sich doch bitte um seine Hunde kümmern. Im Hintergrund sind immer wieder Autos zu hören, keines davon bemerkt den 41-Jährigen jedoch – und es vergehen etliche Stunden.

Raw video: 'Dragon' crash survivor says final goodbyes
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Jegliche Hoffnung aufgegeben

Die ganze Nacht liegt Kevin Diepenbrock an der Unglücksstelle. Es ist kalt, extreme Schmerzen quälen den Biker und die mögliche Attacke eines wilden Tiers jagt ihm Angst ein. Als dann die Sonne wieder aufgeht, hat er die Hoffnung auf eine Rettung vollständig aufgegeben. Immer wieder hatte er versucht, eine SMS zu versenden, einen Rettungsdienst zu rufen und sogar seinen Facebook-Status zu aktualisieren – vergeblich. Sein Akku gab den Geist auf und der 41-Jährige rechnete mit dem sicheren Tod.

Glück im Unglück

Doch der Mann hatte großes Glück. Andere Motorradfahrer hatten exakt an der Unfallstelle eine Pause eingelegt und hörten seine verzweifelten Schreie. Sie alarmierten die Rettungsdienste und holten andere Personen zur Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen, den Verunglückten zu finden und mit der Unterstützung der Sanitäter wurde Kevin Diepenbrock geborgen. Nach unglaublichen 30 Stunden konnte er schließlich medizinisch versorgt werden und wurde mit einem Helikopter ins nächste Krankenhaus geflogen. Seine Verletzungen, darunter eine punktierte Lunge, 17 Brüche an den Rippen und mehrere Wirbelsäulenfrakturen, sind mittlerweile schon gut verheilt und der Zustand des 41-Jährigen ist stabil. Der Mann ist überglücklich, die schlimmsten Stunden seines Lebens überstanden zu haben, trauert jedoch auch um seinen verlorenen Freund. Aus der tragischen Geschichte hat er gelernt wie wichtig es sein kann, den Menschen um ihn herum zu sagen, dass er sie liebt. Denn das war das Einzige, woran er dachte, als er verletzt in der Schlucht lag.