Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Das Online-Unternehmen wird zukünftig auch Lebensmittel in Filialen anbieten

Machtkampf: Amazon will Aldi Konkurrenz machen!

Die deutsche Supermarkt-Kette Aldi und der US-Internet-Riese Amazon liefern sich derzeit einen intensiven Kampf. In den USA steigt Amazon in das Lebensmittelgeschäft ein – doch Aldi schlägt zurück.

Die 1913 gegründete Lebensmittelkette Aldi hat 2016 mehr als 10.000 Filialen weltweit. Seit 1976 ist der Marktführer in der Discounter-Branche auch in den USA vertreten und expandierte im vergangenen Jahr mit einem Budget von knapp drei Milliarden Euro in die Staaten. Der Online-Versandhändler Amazon will dem deutschen Unternehmen nun mit "AmazonFresh“ den Kampf ansagen.

"Amazon Fresh“

Das Unternehmen, welches schon seit einigen Jahren frische Lebensmittel per Online-Bestellung liefert, will nun auch ins Offline-Geschäft einsteigen. Mit dem Service "AmazonFresh“ sollen amerikanische und auch britische Kunden schon bald die Möglichkeit haben, in Gemischtwarenläden einzukaufen. Das Besondere daran: Einkaufen dürfen nur Kunden, die "AmazonFresh“ für monatlich 14,99 US-Dollar abonniert haben. Die Lebensmittel können dann entweder in den Filialen direkt gekauft oder vom Computer, Tablet und Smartphone nach Hause bestellt werden. Da Aldi einen solchen Dienst bisher nicht anbietet, sieht das Unternehmen die Gefahr, Kunden könnten zu Amazon ablaufen. Durch eine gut organisierte Unternehmensführung, günstige Preise und einer großen Auswahl ist die deutsche Kette bei den Amerikanern bisher sehr beliebt und gilt weltweit als Marktführer. Da dieser Ruf gehalten werden soll, reagierte Aldi jetzt auf die drohende Konkurrenz.

Aldis Antwort

Um noch mehr potentielle Kunden zu erreichen, will der 1913 gegründete Konzern Aldi nun in ein Kerngeschäft von Amazon einsteigen: E-Books. Diese will das Unternehmen für einen geringeren Preis als Amazon in ihren Filialen verkaufen. In Deutschland ist dies durch die geltende Buchpreisbindung derzeit zwar noch ungewiss und könnte deshalb nur für bestimmte Bücher gelten, den Markt in den USA und in Großbritannien könnte Aldi mit dieser Maßnahme allerdings ordentlich aufmischen. Da Amazon auch in einigen deutschen Städten, wie beispielsweise Berlin oder München, frische Lebensmittel liefert, versucht Aldi außerdem, seine Standorte auch hier noch attraktiver zu gestalten. "Billig, aber edel“, scheint hierbei das Motto zu sein. Ein freundliches Ambiente, eine Frischebar und eine erweiterte Auswahl an Markenprodukten sollen die Marktmacht weiter stärken. Die Zusammenarbeit mit dem Streaming-Dienst Napster ermöglicht Aldi seit 2015 außerdem, mit "Aldi Life Music“ zusätzliche Einnahmen zu generieren. Der Kampf der beiden Giganten könnte also sehr ausgeglichen verlaufen und beweist: Billig allein reicht den Kunden schon lange nichtmehr.