Springender Mann mit Cap im orangenen T-Shirt
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Wie ein kleiner Chip den Hausarzt ersetzen könnte

Zukunftsmelodie? Klebechip übermittelt Körperdaten an's Smartphone

Was in Science-Fiction-Filmen schon längst gang und gäbe ist, wird nun auch in der Realität wahr: Implantierte oder aufgeklebte Chips, die den Gesundheitszustand des Trägers an dessen Smartphone übermitteln.

Was macht meine Herzfrequenz, was sagt die Hauttemperatur und wie viel Sauerstoff befindet sich in meinem Blut? Antworten auf diese Fragen, die früher nur ausgebildete Mediziner liefern konnten, kommen jetzt von einem Aufkleber am Körper. Doch wie funktioniert der kleine Helfer?

Kein Akku nötig
Die minimalistische Erfindung benötigt keinen Akku. Um das System zu aktivieren, ist allerdings ein Smartphone mit "Near Field Communication“, kurz "NFC", erforderlich. Diese Technologie ermöglicht den kontaktlosen Austausch von Daten per Funktechnik und könnte in den nächsten Jahren zum Übertragungsstandard werden. Der Chip ist einfach aufgebaut: Er besteht lediglich aus einem dünnen, elastischen Kunststoff auf welchem Schaltkreise, kleine LEDs und einige Sensoren angebracht sind. Mit diesen kann unter anderem das Licht erfasst werden, das von der Haut reflektiert wird und auch für die Hauttemperatur und UV-Strahlung sind Sensoren vorhanden. Über das angeschlossene Smartphone können die gemessenen Daten dann ausgewertet werden.

Viele Informationen

Die gegebenen Daten ermöglichen es Wissenschaftlern, die Herzfrequenz, den Sauerstoffgehalt im Blut, die Hauttemperatur, die Hautfarbe und das Maß an UV-Strahlung, dem die Haut ausgesetzt ist, zu ermitteln. Werden diese Informationen zukünftig über einen längeren Zeitraum gesammelt und überwacht, kann bei minimalen Veränderungen und Hinweisen auf Krankheitsbilder sofort Alarm geschlagen werden. Eine Abweichung der Hautfarbe beispielsweise weißt auf einen Mangel an bestimmten Vitaminen hin und eine ungewöhnliche Herzfrequenz kann vor einem Schlaganfall warnen. Der Chip weist also schon im Voraus auf Krankheiten und Mangelerscheinungen hin und könnte so dabei helfen, Symptome früh zu bekämpfen.

Release unklar

Die auch als "Stretchable Electronics“ bezeichnete Technologie wurde von Forschern der Universität Illinois unter der Leitung von John Rogers entwickelt und wird von einem Team aus Wissenschaftlern derzeit noch auf Fehler untersucht. Vor allem die Energiebereitstellung durch das Smartphone scheint noch Probleme zu machen und so sind die Entwickler derzeit beschäftigt, nach einer Alternative zu suchen. Ein Akku, welcher ebenfalls auf der Haut getragen werden könnte, soll möglicherweise Abhilfe schaffen. In einem Schlaflabor soll der minimalistische Chip an Probanden getestet werden und wir sind gespannt, wann unsere Smartphones mit unserem Körper vernetzt werden können. Sollte es soweit sein wird es die Aufgabe von Datenschützer werden, die vertraulichen Informationen sicher zu bewahren – denn Euer Gesundheitszustand geht schließlich keinen etwas an.