Direkter Blick in die Kamera, Lächeln verboten und einfarbiger Hintergrund: Die Auflagen für ein Passbild sind streng. Doch wieso ist das so?

Die Sicherheit an internationalen Flughäfen ist seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ein heikles Thema. Neben aufwendigen Sicherheitskontrollen sind auch die Auflagen für den weltweit geltenden Reisepass strenger geworden. Vor allem eine ernste Miene ist beim Erstellen eines Passbildes unerlässlich – und das hat einen spannenden Grund:

Biometrische Passbilder
Für alle in Deutschland gängigen Ausweisdokumente sind seit dem 1. November 2010 biometrische Passbilder Pflicht. Diese Regelung betrifft also den Führerschein, den Personalausweis und auch den Reisepass. Biometrische Passbilder sollen die digitale Verarbeitung der Gesichter vereinfachen, indem einheitliche Anforderungen für die Erstellung dieser vorgegeben sind. Die Biometrie ermöglicht dann einige unveränderliche Gesichtszüge einer Person zu vermessen und als Erkennungsmerkmal zu nutzen. Dazu gehören der Abstand der Augen, einem imaginären Dreieck, das von der Oberlippe zum Nasenrücken führt, dem Stand der Wangenknochen und viele weitere. Für sich genommen tauchen diese Merkmale eines menschlichen Gesichts viel zu häufig in der Weltbevölkerung auf, die Kombination der vielen Eigenschaften ist jedoch bei jeder Person nahezu einmalig. Durch mathematische Formeln lässt sich diese Kombination dann in Zahlen ausdrücken und digital festhalten. Steht man dann vor dem Beamten der Passkontrolle kann sich dieser sicher sein: Das ist definitiv die angegebene Person.

Strenge Vorgaben
Um die Eigenschaften leichter in Zahlen ausdrücken und dafür eine einheitliche Formel verwenden zu können, unterliegt die Erstellung eines Passbildes strengen Anforderungen - darunter auch dem Verbot zu lächeln. Weitere Anforderungen sind beispielsweise, dass das Gesicht absolut frontal abgebildet, der Blick direkt in die Kamera gerichtet oder der Hintergrund einfarbig, weiß, hellgrau oder grau, ist. Die Behörden sind hier vor allem beim Erstellen eines Reisepasses sehr streng, da dieser international gilt. Bei Personalausweis und vor allem bei Eurem Führerschein spielt die Biometrie eine nicht ganz so große Rolle. Die Daten des biometrischen Reisepasses sind übrigens in digitaler Form auf einem Chip gespeichert, welcher sich im Reisepass befindet. Wenn Ihr Euch also schon immer gefragt habt, wieso Euer Dokument bei einer Ein- oder Ausreise digital gescannt wird, habt Ihr nun die Antwort darauf.

Absolute Kontrolle
Durch die digitale Speicherung Eurer Daten ist also zu jeder Zeit bekannt, in welchem Land Ihr Euch aktuell befindet – vorausgesetzt Ihr seid über einen Flughafen eingereist. Die Regierungen sind so in der Lage, weltweit miteinander zu kooperieren und können beispielsweise Verbrecher in ihr Heimatland ausliefern. Datenschützer kritisieren diese Handhabung, Regierungen ist die innere Sicherheit jedoch zu wichtig, um auf biometrische Reisepässe zu verzichten. Ein strenger Blick wird also auch in Zukunft nötig sein – im Urlaub jedoch dürft Ihr dann lachen so viel Ihr wollt.