Er aß Gras, kroch auf allen Vieren und schloss sich sogar einer Herde an: Als Ziege lebte der Forscher Thomas Thwaites in den Schweizer Alpen – und bekam dafür nun den "Ig-Nobelpreis".

Wer über sein Leben nachdenken möchte, nimmt sich gerne mal eine Auszeit. Viele fliegen dann in den Urlaub oder erfüllen sich lang ersehnte Wünsche. Der Brite Thomas Thwaites jedoch verkleidete sich als Ziege – und lebte drei Tage in den Schweizer Alpen.
 
Auf der Suche nach Freiheit
Der Forscher wollte vor allem eins: Freiheit. Völlig losgelöst von jeglichem Alltagsstress hatte er als Experiment einige Tage mit einer Ziegenherde verbracht. Für seine verrückte Aktion fertige sich der 35-Jährige sogar spezielle Prothesen an, die den Körperbau einer Ziege simulieren sollten. Und so graste der Wissenschaftler und Künstler in den Schweizer Alpen drei Tag vor sich hin. Um von den Spitzen Hörnern seiner "Artgenossen“ nicht verletzt zu werden, trug Thomas Thwaites einen Helm. Nach einigen Annäherungsversuchen beachteten ihn die frei lebenden Ziegen kaum mehr und so konnte er sorglos sein Experiment durchführen.

Hartes Ziegenleben
Ganz so locker und entspannt wie der Brite sich das Leben als Ziege vorgestellt hatte war es dann allerdings nicht. Die Prothesen drückten, die bergige Umgebung brachte ihn an seine körperlichen Grenzen und außerdem war es ganz schön kalt. Da der Forscher sich drei Tage nur von Gras ernährte rebellierte auch sein Magen gegen die Strapazen. Doch seine Bemühungen wurden belohnt: Mit dem "Ig-Nobelpreis“.

"Ig-Nobelpreis“
Dieser ist eine Auszeichnung, um wissenschaftliche Leistungen zu ehren, welche Menschen zuerst zum Lachen, dann allerdings doch zum Nachdenken bringen. Vergeben wird der Preis von der in Cambridge erscheinenden Zeitschrift "Annals of Improbable Research“. Neben dem "Goat-Man“ erhielt unter anderem ein Forscher den Preis, welcher heraufgefunden hatte, dass Pferdebremsen weniger von weißen Pferden angezogen werden als von schwarzen. Seit 26 Jahren erhalten Nominierte für ihre witzigen Bemühungen hier ihre Anerkennung. Ursprünglich wollte Thomas Thwaites übrigens Elefant werden. Dies war ihm dann allerdings doch zu riskant – und so entschied er sich für das Leben als Ziege.