Wer weiß schon, wie viel die Kollegen, Geschwister oder die besten Freunde verdienen? Dabei darf man, anders als viele denken, natürlich über sein Gehalt reden. 
 

Das liebe Geld
Wer schon einmal von den Kollegen oder Freunden nach seinem Verdienst gefragt wurde, weiß, was diese Frage für ein merkwürdiges Gefühl in der Bauchgegend aufwühlen kann. Der Kopf rattert und noch bevor man eine Antwort geben kann, befindet man sich in einem innerlichen Kamp: Einerseits ist das was man verdient nicht schlecht, andererseits fehlt der direkte Vergleich mit seinem fragenden Gegenüber - und will sich auf keinen Fall die Blöße geben, als Geringverdiener mitleidige Blicke zu ernten? Schnellstmöglich eine Notlüge zu erfinden und eine x-beliebige Zahl zu wählen, von der man denkt, sie stelle das Gegenüber zufrieden, ist auch nicht die Lösung. Immerhin ist der einzige, den man belügt, man selbst. Und warum sollte man sich wegen seines Verdienstes schlecht, gar peinlich berührt fühlen müssen? Sind das Gründe dafür, warum die gefürchtete Gehaltsfrage immer noch ein absolutes Tabu-Thema ist? Wenn es um die Frage nach dem Mietpreis der hippen Altbau-Wohnung in Mitte geht, plaudern die meisten schließlich auch gerne aus dem Nähkästchen.

Dabei ist es gar nicht so schlimm offen mit seinen Mitmenschen über seine Gehaltseinkünfte zu sprechen. Wer dennoch ein wenig um den heißen Brei herumreden möchte und selbst bei kleinerem Verdienst keinen merkwürdigen Kommentar ernten möchte, der kann sich den folgenden beiden Antworten auf die Gehaltsfrage bedienen:
 

1. Gehaltserhöhung
Bei jedem Gesprächsthema macht der Ton die Musik. Das heißt, wer vor seinen Freunden prahlt und jeden ausgegebenen Cent rechtfertigt, der bekommt bestimmt den ein oder anderen komischen Blick zugeworfen. Unterm Strich ist das einfach nicht notwendig, denn man kann sich auch anders erklären. Ein Beispiel wäre zu sagen: “Mein Boss hat einer Gehaltserhöhung zugestimmt - ich verdiene jetzt 45.000 im Jahr. Mein Ziel ist es aber in den kommenden zehn Jahren mindestens 55.000 zu verdienen.”
 

2. Sich seines Wertes bewusst sein
Jemandem seine finanziellen Zielen offen zu legen, muss nicht immer etwas mit Angeberei zu tun haben. Eigentlich kann das sogar sehr befreiend sein. Zudem ist es immer wichtig, sich Ziele im Leben zu setzen. Und wer sagt, dass gesteckte Ziele nichts mit Geld zu tun haben dürfen?  Verdient das Gegenüber mit fast der selben Arbeit deutlich mehr, kann dies sogar als Ansporn genommen werden, einen neuen, besser bezahlteren Job zu finden oder gar eine Weiterbildung anzustreben. Getreu dem Motto "Was der kann, kann ich schon lange". Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft. Und sind wir mal ehrlich: Vergleichen wir uns nicht ständig und immer mit anderen Personen? Warum also nicht auch beim Gehaltscheck - wenn's anspornt ...

Ob man nun über seinen Lohn sprechen möchte oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Schlimm ist daran allerdings nichts. Und wer sich wegen seiner Einkünfte eventuell genieren könnte, dem bleibt nur zu raten, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Ein Arzt verdient schließlich mehr, als eine Sekretärin. So what?!