Frankreich: Geiselnehmer sollen sich auf den IS berufen haben
Zwei bewaffnete Männer haben eine Kirche gestürmt und fünf Geiseln genommen. Die Täter sowie der Pfarrer sind tot.
Zwei bewaffnete Männer haben eine Kirche gestürmt und fünf Geiseln genommen. Die Täter sowie der Pfarrer sind tot.
Eine News jagt die nächste. Erst vor wenigen Stunden mussten 19 Menschen in einem Behindertenheim in Japan ihr Leben lassen, jetzt ereilt die Welt die nächste hinterhältige Attacke.
Im Norden Frankreichs nahmen zwei bewaffnete Männer heute Morgen gegen 10 Uhr einen Pfarrer, zwei Nonnen und zwei Gläubige in ihre Gewalt und bedrohten diese mit Hieb- und Stichwaffen. Die Geiselnehmer hatten die katholische Kirche nahe der französischen Stadt Rouen, etwa 140 Kilometer von Paris entfernt, während einer Messe gestürmt und kurz darauf den 84-jährigen Geistlichen erstochen. Bei dem Priester, der noch in dem besetzten Gotteshaus seinen schweren Verletzungen erlag, soll es sich nach Angaben um den Pfarrer Jacques Hamel, handeln. Laut französischen Medienberichten wurde eine weitere Geisel schwer verletzt. Sie schwebt in Lebensgefahr.
Etwa gegen 13:00 Uhr hat ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Kirche gestürmt und die beiden Täter erschossen. Premierminister Manuel Valls spricht in einem via Twitter abgesetzten Statement von einer "barbarischen Attacke". Sowohl die Identität der Attentäter als deren Motiv seien zur Stunde noch nicht hundertprozentig geklärt. Frankreichs Präsident François Hollande spricht von einem "terroristischen Anschlag" des sogenannten islamischen Staates. Laut Augenzeugen sollen sich die Angreifer auf die Terrormiliz berufen haben. +++
+++ UPDATE: Soeben bekannte sich auch die ISIS über ihren Propagandasender Amaq News Agency zu dem hinterhältigen Anschlag. +++
+++ UPDATE: Vor wenigen Minuten traf Frankreichs Präsident François Hollande am Tatort ein. Indess teilte der Élyséepalast mit, dass Hollande von einem "schändlichen Terroranschlag" im Namen des islamischen Staates spreche. Weiter heißt es: "Wir befinden uns in einer Situation, in der uns der IS den Krieg erklärt hat. Diesen Krieg müssen wir mit allen Mitteln der Rechtsstaatlichkeit führen." Weiter teilt die Amaq News Agency, die als Sprachrohr des IS gilt, mit, dass es sich bei den beiden Angreifern um "Soldaten des islamischen Staates" handle.