"Years & Years": Gewaltiger Synthie-Pop meets Hollywood - "Sanctify" gehört auf jede Playlist

von bigFM Staff / 08.03.2018 - 14:00

Heilig ist der Beat allemal

"Years & Years" sind zurück - und das Stimmgewaltiger denn je. Sci-Fi trifft auf Electro-Synthie-Pop und eine starke Botschaft. Visuell und auditiv ein absolut gelungenes Schauspiel. 

(K)ein Tabu-Thema mehr 
Deepe Beats im Synthie-Pop-Gewandt, unaufgeregte, aber ausdrucksstarke Rhythmen, ein Chor und ein wenig Auto-Tune - mehr braucht es nicht, um aus "Sanctify" sowohl einen Lounge-Song, als auch eine Tanz-Hymne zu kreieren, die Schmerz nach außen trägt und in mancher Situation eine musikalische Ausdrucksweise für Emotionen sein kann. Das wissen die Jungs von "Years & Years" und das können sie. Die Lyrics eindeutig - betrachtet man Leadsänger Olly Alexanders Aussage gegenüber des neuseeländischen DJs und Moderators Zane Lowe: "Ich wollte einen Song schreiben, der auf Erfahrungen beruht, die ich mit Männern gemacht habe, die sich selbst als 'straight' bezeichnet haben, aber mit denen mich mehr verband als nur Freundschaft". Ummantelt wird der heilige Sound Sanctifys durch 2000er Pop-Einflüsse, die an Britney Spears "Slave 4 U"-Ära erinnern. "Britney trifft auf Timbaland oder die Neptunes - denn das ist die Art Musik, die ich am liebsten höre", überrascht Sänger Olly Alexander im Interview mit Zane Lowe. Denn wer hätte gedacht, dass der etwas anders klingende Sound der "Years & Years" ausgerechnet von weichgespültem Pop à la Britney inspiriert wird? 

Ein visuelles Meisterwerk 
Die britische Elektro-Popband "Years & Years", die besonders mit Songs wie "King" oder "Shine" international Gehör fanden, übertrifft sich mit "Sanctify" erneut selbst. Und auch das Video zur neuen Single aus dem im Sommer 2018 erwartenden neuen Album, ist etwas anderes als die bisherigen. Kamen die Visualisierungen zwar stets im Anti-Mainstream-Look daher, so präsentieren sich die drei Musiker im Video zu "Sanctify" ebenso von der künstlerischen Seite, jedoch mit einem filmähnlicheren Inhalt. Olly, der den Hauptpart spielt, lebt in einer fiktiven Welt namens "Palo Santo" - einer Welt, in der Androide die Herrschaft übernommen haben und Menschen nur noch ein rares Handelsgut darstellen. Ein Android wird dazu berufen, Menschen, die wild lebend in Ruinen hausen, "wiederherzustellen" - um sie dann in Städten zur Belustigung und zum Entertainment der Maschinenmenschen zu halten. Die Bildsprache des Videos zum Song erinnert an die "Hunger Games"-Trilogie, der Name der Utopie stark an "Palo Alto" - dem Mekka der technischen Elite. Der Zuschauer fühlt sich in die letzte Kinoreihe eines Oscar-prämierten Hollywood-Films versetzt - spannender kann man einen augenscheinlich nicht zum Bewegtbild passenden textlichen Inhalt nicht visualisieren. Sci-Fi trifft auf sexuelle Offenbarungen, die unvergleichliche Stimme des Olly Alexanders und Synthie-Pop-Klänge - sowohl musikalisch als auch optisch ist "Sanctify" absolut empfehlenswert.