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Das Phänomen der neuen Generation

von bigFM Trends /

Das komplette Interview mit Toan Nguyen

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  1. Wie beschreiben Sie das Phänomen eSport?

Esport ist das Sport- und Entertainment Phänomen der neuen Generation: Digital-born-sports mit Digital-born-Stars für Digital-Born-Natives! Viele Industrie- und auch Sportsegmente suchen verzweifelt den Schulterschluss zur digitalen Transformation. Für den Esport hingegen ist es bereits das natürliche Umfeld. Keine andere Sportart verfügt über ein so starkes Ökosystem, das sich selbst trägt und immer weiter befruchtet. Clans, Spieler, Fans, Spiele, Trainingssessions, direkter Dialog, soziale Kanäle  - all diese Dinge ist hochgradig und auf ganz natürliche Weise miteinander vernetzt.
Dazu kommen die vollen Hallen, die Stimmung, die Fans, und auch die verstärkt aufkommende Professionalisierung, das ist schon spannend zu beobachten. Gleichzeitig hat man jetzt noch die Gelegenheit den Sport aktiv mitgestalten zu können.
 

  1. Welche Reichweiten werden in Deutschland mit eSport erreicht und wie sieht die Zielgruppe aus?

Esports hat in Deutschland geschätzt 6,4 Millionen Zuschauer, 3,1 Millionen davon sind sogar mehrmals im Monat dabei. Das verteilt sich natürlich auf die verschiedenen Titel, ist aber schon eine kritische Masse. Und auch Offline sind das schon Einige, zum Beispiel auf der ESL One in Köln waren letztes Jahr über 42.000 Leute über das Wochenende im Stadion. Da kann man sich die Fans dann auch mal gut angucken, da muss der eine oder andere sein altes Bild noch mal revidieren. Die allermeisten sind so zwischen 18 und 34, also jung, aber nicht so jung wie manche denken. Und die setzen sich dann ein Wochenende lang ins Stadion und gucken hoch komplexe Spiele, die komplett auf englisch kommentiert werden. Das sind schon eher die Wirtschaftsingenieure von morgen als die Kellerkinder von gestern.
 
 

  1. Für welche Marken bzw. Branchen ist eSport interessant?

Ich denke, esports ist branchenübergreifend eine spannende Plattform. Es muss sich nur jede Marke selbst fragen, was Ihr Platz im esports sein könnte und welchen Mehrwert sie der Community bieten kann statt einfach nur irgendwo ihr Logo drauf zu kleben. Das sollte zumindest ihr eigener Anspruch sein. Da der Esport in seiner Kern-DNA sehr international ist, lohnen sich Engagements für globale Marken besonders. Naheliegende Branchen sind natürlich Telko-Brands und auch Airlines, da sie das natürliche Lebensumfeld der Teams abbilden. Top-Teams sind mehrere Wochen, fast Monate im Jahr auf den großen Plätzen der Welt zuhause. Aber auch Ausrüster wie adidas, Puma & Co. wären logische Partner. Zum einen tragen die Teams Trikots und zum anderen wächst der Merchandising-Bereich auch im Esport stark. Es gibt Teams die siebenstellige Summen mit Trikots erlösen.
 

  1. Welche Spiele werden sich bei den großen Events durchsetzen?

Ich denke mal, dass Dota2, League of Legends und CS:GO sich hier bereits durchgesetzt haben, die sind aktuell eigentlich nicht mehr weg zu denken. Es können aber natürlich immer mal neue Titel aufkommen und alte verschwinden, so wird zum Beispiel Hearthstone sehr stark und Overwatch soll eine eigene Franchise-Liga bekommen, Starcraft II gibt es dafür momentan wieder weniger. Aber ein paar Titel kommen auch wieder, zum Beispiel Street Fighter ist gerade wieder im Kommen und lässt sich natürlich auf großen Events gut mit anderen Titeln kombinieren.
 

  1. Hat eSports eine Chance irgendwann olympisch zu werden?

Ich denke schon, mit der IeSF gibt es ja schon entsprechende Bestrebungen und in 47 Ländern ist es schon als Sport anerkannt. Und bei den Asia Games soll es schon 2018 als Show-Disziplin und 2022 sogar schon als Medaillen-Disziplin im Programm sein. Die mechanische Komponente, auf die ja immer für eine Einstufung als Sport gepocht wird, ist auf jeden Fall da, wenn man sich mal anguckt, was die Jungs da mit Maus und Tastatur anstellen. Gerade in Deutschland ist man aber oft noch kritisch und ich denke es wird noch ein weiter Weg, bis das Denken überall ankommt, Asien ist da eben auch Vorreiter. Esports ist aber im Status Quo nicht olympisch und auch so sehr erfolgreich. Es ist ein bisschen die Frage, ob Olympia nicht vielleicht eines Tages eher auf esports angewiesen sein wird als umgekehrt.
 

  1. Welche Erfahrungen haben Sie in der Zusammenarbeit mit Mousesports gemacht?

Esports ist momentan in aller Munde, da gehen gerade viele Sponsoren-Türen auch auf Vorstandsebene auf. Viele hören gebannt zu und lassen sich erst mal vieles erklären. Das hat in weiten Teilen noch einen edukativen Charakter gerade, der aber sehr wichtig ist. Was die Manager mögen ist, dass wir und Mouz nicht die alte Welt abbilden. Wir haben keine grauen Anzüge, Krawatten, Banden und Hospitality-Angebote im Petto, sondern einen klar digitalen Fokus. Entscheidend im Esports ist eben auch Glaubwürdigkeit. Ein 50 jähriger Vermarkter, der weder Twitter noch Instagram hat und die Sprachregelung bei Twitch nicht beherrscht, hinterlässt einen anderen Eindruck.
Gerade finalisieren wir den ersten großen Sponsoren-Vertrag für mouz – ein echtes Brett!
 

  1. Kann eSports den klassischen Sportarten „gefährlich“ werden, also kann es im Sport auch eine Art digitale Revolution geben?

Bei einer Umfrage in den USA meinten 76% der befragten esports-Fans, dass sie jetzt schon wegen esports weniger traditionellen Sport gucken – und esports wird ja noch weiter wachsen. Das liegt natürlich auch an der breiten Spielerbasis, denn für manche ist es eben leichter, im esports mitzumischen als in klassischem Sport. Dadurch, dass man mit Leuten aus der ganzen Welt spielen kann, haben gerade Spieler aus entlegenen Gegenden nicht das Problem, dass sie an ihrer kleinen Schule keine Fußballmannschaft zusammen bekommen.
Ich denke aber, dass esports und der traditionelle Sport unabhängig voneinander weiter bestehen können, es hat beides seine Stärken und auch seine Berechtigung. Die Zuschauer werden einfach mehr Auswahl haben, was sie wirklich sehen wollen und was sie eben am meisten packt. Ich persönliche gucke um 19:00 gerne Mousesports im Stream und um 20:45 dann Champions-League. Die einzige, die das stört ist meine Freundin.
 
 
 

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