
"Bei der Arbeit zu "The E.N.D." geht es auch um die Evolution von uns als Gruppe und als Individuen - wir haben uns alle Zeit genommen, um uns in Nebenprojekte zu stürzen, und als die Band sich wieder im Studio traf, waren Apl und Will stark beeindruckt von elektronischer Musik, beeinflusst vom gelegentlichen Deejaying und den Clubs. Wir alle wurden unter anderem massiv von der Elektroszene und ihren Akteuren inspiriert," sagte in einem Interview Taboo von den Black Eyed Peas, als die Band 2009 mit "The E.N.D" ein ganz neues Kapitel aufschlug.
Wie der Name der Platte schon sagte, war plötzlich Schluss mit lustigem Dancepop mit Hiphop-Elementen, der für die vier Erbsen so typisch war. Durch die ganze "Inspiration" und die "Einflüsse" wurde der Sound deutlich elektronischer und Fergies Stimme dank PC teilweise unkenntlich gemacht. Zufälligerweise haben sich andere Stars ebenfalls "inspirieren" und "beeinflussen" lassen und somit verschwindet der unbeschwerte Pop immer mehr aus den Charts und wird durch trendiges Elektro ersetzt...

Bestes Beispiel für gigantischen Erfolg dank "Inspiration und Einfluss" ist Weltstar Rihanna. Ganz im karibischen Beach-Style begann die Schönheit aus Barbados ihre Karriere mit "Music of The Sun". Süß und unschuldig tanzte sie sich 2005 in die 10 Top der deutschen Singlecharts, für die Spitze reichte es aber noch lange nicht. Mittlerweile ist sie fast 23 und aus den Chartspitzen und Clubs dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Allerdings musste sie für diesen Erfolg nicht nur Haare und Kleidung lassen, sondern auch ihren Musikstil komplett ändern. Rihanna selbst nennt ihre Veränderung gerne in Interviews "erwachsen werden".
Auch hierzulande geht man gerne mit dem Strom: Deutschlands Souldiva Sarah Connor wollte letztes Jahr mal etwas "neues" probieren und hatte mit "Cold As Ice" eine Single am Start, die mit ihren vorherigen R'n'B-Soul-lastigen Uptempo-Nummern nicht viel gemeinsam hatte. Hier ging die Rechnung aber nicht auf, die erfolgsverwöhnte Sarah musste sich mit Platz 16 in den Charts zufrieden geben und setzte bei der nächsten Single "Real Love" lieber wieder auf ihre - vom Computer nicht bearbeitete - Stimme.
Wer allerdings seine Fans am meisten durch seinen Wandel überraschte, ist eindeutig Britney Spears: in ihrer houselastigen Single "Hold It Against Me" inklusive Dubstep-Bridge ist keine Spur mehr vom Schulmädchen-Pop à la "Baby One More Time". Hier hat sich der Soundwechsel aber mächtig gelohnt, noch bevor die Single draußen ist, stürmt die Blondine sämtliche Download-Charts.
Sind sich Rihanna und Co. wirklich noch treu? Kann man noch vom "eige nen Style" sprechen, wenn alle die gleiche Musik machen? Wollen die Leute unbearbeitete Stimmen, die hohe Töne erreichen, überhaupt noch hören? Ist jetzt Schluss mit Pop?
Mach mit! Schreibe den ersten Comment