Sex sells!
Seit Menschengedenken läuft das Geschäft mit der Lust prächtig. Ob im alten Rom, wo der Akt zum Preis eines billigen Stück Brots erkauft wurde, oder heute in der multikulturelllen Moderne des Musik-Bizz.
Immer mehr Stars geben sich für das knallhart verruchte Image der Sexbessesenen her. Lady Gaga & Co.: Polarisation als Währung für Erfolg. Großbritanniens Premier David Cameron geht das zu weit. Er fordert deshalb eine Altersfreigabe für die hocherotischen Clips. Premier Cameron nennt das 'Kommerzialisierung und Sexualisierung'.
Rihanna schlägt mit ihrem Album 'Talk That Talk' genau in diese Kerbe und zeigt damit vielleicht viel mehr, als sie will...
Rihanna - ein Star auf Abwegen?

Vor sechs Jahren debütierte der heutige Weltstar mit dem Album 'Music Of The Sun'. Sie präsentierte sich als Mädchen karibischer Herkunft, die nette, charmante heranwachsende Frau von nebenan.

Heute sehen wir ein anderes Bild: Rihanna hat einen Imagewandel par Excellence hingelegt! Sie gilt heute, sechs Jahre später, als Sexiest Woman Alive!
Sie verkauft sich in der Öffentlichkeit hocherotisch, lebt ihr Image: Verrucht und sexy, keiner sexuellen Eskapade zu Schade. Ihre Konzerte gleichen einem abstrakten Porno: Rihanna lässt sich fesseln, in Folie verpacken, räkelt sich lasziv, greift sich in den Schritt, Lack und Leder, Peitsche und mehr.
Sie spielt die Domina, die Sklavin, die Sündige, sie mutiert auf der Bühne zum Ebenbild der Gegenwart.
Einer Gegenwart, in der die Pornolandschaft immense Kreise zieht: Die beständige Lust nach Sex! Das krankhafte Konsumieren ist jeden Tag zu jeder Sekunde, für jeden Mann, für jede Frau, ob Kind oder Erwachsen, konsumierbar. Bezugsquelle Nummer eins? Das Internet - es hat 24 Stunden geöffnet, kostet keinen gesonderten Eintritt und jeder ist erwünscht.
Verkörpert Rihanna den Geist der Zeit? Spielt sie damit bewusst? Opportunismus für den Erfolg? Die 'harten Fakten' Rihannas beweisen: 'Sex sells', definitiv.
Über 30 Millionen verkaufte Alben seit 2005. Sofern es einen Marktwert bei Menschen gibt, so liegt dieser bei ca. 160 Millionen Euro für RiRi. 400 Millionen Einträge zeigt Google an, wenn sie die Suchleiste ziert.
Rihannas neueste Scheibe trägt den Titel 'Talk That Talk'. Es verkörpert das, was sie derzeit selbst darstellt. Sie singt über sich und ihr Leben: Über Sex, über die Liaisons mit der Romantik, die eigentlich keine ist.

Das Album erscheint im Gewand der Provokation. Rihanna sorgt dafür, dass das Thema Sex ausgeschlachtet wird. Es provoziert und gibt sich einer monotonen Grundstimmung hin: Sex-Overload!
Wer zwischen den Zeilen hört, der weiß, dass Rihanna warnt: Sie warnt vor dem gefährlichen Trugbild der wahren Liebe, thematisiert die krankhafte sexgeprägte Gegenwart und klärt darüber auf.
Dass Rihanna dafür einsteht und die heute oft verharmloste Situation der immer gegenwärtigen Lust, gepaart mit der Möglichkeit zum permanenten Konsum, erkannt hat, besonders unter dem Apsekt des provokativem Besingen dessens, ist löblich. Es stellt sich nur die Frage: Befindet sich die Warnende nicht selbst inmitten des Strudels?

Rihanna und 'Talk That Talk': Die erste Suggestion, die letztendliche Message des Albums und das Bild der Öffentlichkeit scheint nicht zu übereinstimmen. Ein Paradoxon.
RiRi präsentiert sich neu. Sie zeigt sich nicht nur sexy wie noch nie, sondern grundlegend verändert. Sie sorgt für bisher unbekannte skandalöse Momente, ist beständiger Teil unserer Gegenwart und manifestiert ein neues Bild. Ein Bild, hervorgerufen durch die Flut an neuen Sinneseindrücken. Rihanna läuft Gefahr als skandalträchtige Diva wahrgenommen zu werden.
Lebt Rihanna ein Image, das keines mehr ist? Erleben wir eine neue Rihanna?

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