
Manche Eltern schicken ihre Kinder aufs Gymnasium, andere aufs Internat. Es gibt aber auch
Eltern, die ihre Knirpse auf die "Punk-Akademie" schicken. Und zwar dann, wenn die Kinder leider kein "naturgegebenes" Talent haben, aber unbedingt kleine Rocker sein wollen. Das einzige Problem: die Ausbildung ist staatlich nicht anerkannt.
Vier Jahre dauerte die Schullaufbahn der drei Jungs aus Dillingen an der Donau – vom ersten Album "Invasion der Killerpilze" im Jahr 2006 bis heute. Die Schwerpunktfächer lagen in letzter Zeit aber mehr auf Schauspiel – in Form ganzer Hauptrollen bei Filmen wie "Vorstadtkrokodile" – oder sozialer Arbeit in Afrika.
Im aktuellen Schuljahr stellen sie dann aber doch wieder die Musik in den Mittelpunkt ihres Novizenalltags. Gelernt, wie guter Punk-Rock funktioniert, haben sie ja schließlich. Das sollte man zumindest meinen. Und die Fächer Authentizität, Individualität und Anti-Mainstream haben sie laut eigener Aussagen auch nicht geschwänzt. Nur, ob das ihre Mitschüler auch so sehen?
"Die neuen Songs sind wie ein musikalischer Befreiungsschlag. Wir haben ein Jahr lang sehr intensiv an unseren Ideen gearbeitet. Damit wollen wir einen weiteren Schritt in Richtung Ernsthaftigkeit gehen. Schließlich sind wir keine Teenie-Band mehr", erklärt Johannes und versucht sich so durch die mündliche Prüfung zu retten.
Den schriftlichen Test nicht bestanden
Schriftlich fallen die Drei jedoch gnadenlos durch: "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" könnte auch von einem Viertklässler inszeniert worden sein und auch das Video dazu verursacht spontanes Fremdschämen. Denn wer will bitte eine pseudomoderne Oma, gruselig schlechte Tänzer und sich im Endeffekt blamierende Nobodys sehen? Eben, niemand. Nach vier Jahren Übung darf man wirklich mehr Professionalität und Einfallsreichtum erwarten, doch leider gehen die Killerpilze unvorbereitet in ihre Prüfung.
Es wurde manches aus dem Lehrplan umgesetzt. Verschiede Musikstile sind erkennbar, unterschiedliche Themen und teilweise sind auch experimentelle Einflüsse gut gelungen. Nur leider sind Form und Inhalt nur mangelhaft. Es geht eben nicht darum, von harten Metal-Songs wie "Raus", bis hin zu seichten Dümpeleien wie "Grauer Vorhang" alles in eine CD zu "stopfen". Weniger ist manchmal mehr. Und Tiefgründigkeit kann man von diesen Rotznasen sowieso nicht erwarten: „Es ist mir egal, dass ich nur halbromantisch bin“, singen sie ganz unbehelligt. Aber mal ganz ehrlich: Welche Jungs in diesem Alter sind denn bitte "vollromantisch" oder auch nur die Hälfte davon. Einsame Internatsschüler vielleicht.
Bei der Zeugnisübergabe gibt es von Omi bestimmt kein Geld. "Lautonom" ist Durchschnitt, Bestnoten erreichen eben Andere. Eltern, schickt eure Kinder auf eine vernünftige Schule!
Fazit: diesmal leider sitzengeblieben
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